Technik

Rechnung für Porno-Streaming bei RedTube Sind die Abmahn-E-Mails echt?

Tausende Internet-Nutzer werden derzeit von der Kanzlei U + C abgemahnt, weil sie illegal Pornos gestreamt haben sollen. Viele Menschen erhalten nun auch E-Mails mit Abmahnungen - sie dürfen aber auf keinen Fall den Anhang öffnen!

Die massenhaften Abmahnungen wegen angeblich illegalen Streamings von Videos des Porno-Portals RedTube sorgen zur Zeit für große Aufregung, Zehntausende sind vermutlich betroffen. Bisher haben offenbar nur Menschen Post von der Regensburger Kanzlei U + C bekommen, die einen Internetanschluss der Telekom haben. Zwar rechnen Anwälte, die Einblick in die Akten hatten, dass sich die Abmahnwelle auch auf die Kunden weiterer Anbieter ausdehnen könnte, doch vor allem Nutzer des deutschen Providers sind nervös. Trittbrettfahrer wollen dies offensichtlich ausnutzen.

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Finger weg von den Anhängen!

(Foto: REUTERS)

Denn während bisher alle RedTube-Abmahnungen schriftlich per Postzustellung ins Haus flatterten, bekommen jetzt auch viele Nutzer E-Mails, die angeblich von den Regensburger Abmahnern stammen. Sie sehen auf den ersten Blick zwar sehr echt aus, sind aber nur geschickte Fälschungen, die aller Wahrscheinlichkeit nach Malwa re oder einen gefährlichen Link in der angehängten Zip-Datei haben.

Sieht nur auf den ersten Blick echt aus

Wer einen Artikel über die RedTube-Abmahnungen gelesen hat, findet in der E-Mail viele Details, die für die Echtheit sprechen. Beispielsweise steht der korrekte Name des Angeschriebenen in der Anrede, die Verfasser nutzen den Titel eines der in der echten Abmahnung aufgezählten Pornofilme, der korrekte Rechteinhaber wird genannt, der Text ist gut formuliert und rechtliche Details wirken plausibel. Möglicherweise haben sich die Absender auch gezielt Telekom-Kunden als Opfer herausgesucht.

Genau betrachtet zeigt sich aber sehr schnell, dass die E-Mails von Trittbrettfahrern stammen. Als Absender ist die Regensburger Rechtsanwaltsgesellschaft angegeben, nicht U+C Rechtsanwälte Urmann + Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH . Die verwendeten E-Mail-Adressen sind dubios, n-tv.de liegt eine Abmahnung vor, die von estia22@laposte.net verschickt wurde. In den gesammelten Daten steht als Datum der 29.12.2013, als Urzeit 21:62:21. Außerdem wird in der E-Mail-Abmahnung ein anderer Schadenersatz berechnet als im echten Standard-Schreiben.

Menschen, die eine solche E-Mail erhalten haben, müssen sich also keine Sorgen machen, Rechtsanwalt Lars Hämmerling rät auf anwalt24.de trotzdem, die Polizei zu informieren. Auf keinen Fall sollte man die angehängte Datei öffnen, in der sich angeblich Kontodaten und Kontaktdaten befinden.

Quelle: n-tv.de, kwe