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Gute Tipps für flotte Fotos So bringt man Bewegung ins Bild

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Scheinwerfer von Autos oder Straßenbahnen sind ein beliebtes Motiv für Langzeitbelichtungen.

(Foto: jwa)

Die Belichtungszeit bestimmt die Helligkeit eines Fotos. Wer den Verschluss lange offen lässt, kann aber auch Bewegungen auf einem Bild einfangen. Manche Motive bieten sich für das Spiel mit der Belichtungszeit besonders an.

Ein Foto ist eine Momentaufnahme, ein eingefrorener Augenblick, der aus der stetigen Bewegung des Lebens herausgenommen und für die Ewigkeit festgehalten wird. Doch das bedeutet nicht, dass man mit einem Foto nur abbilden kann, was still hält. Mit dem kreativen Einsatz der Belichtungszeit lassen sich auch Bewegungen in einem Bild darstellen. Dafür bedient man sich am besten einer langen Verschlusszeit. Bei Dunkelheit hilft die lange Öffnung des Verschlusses, mehr Licht einzufangen. Bei dynamischen Motiven kann sie Bewegungen im Bild sichtbar machen. Das kann bei vielen Motiven reizvoll sein.

Immer im Fluss

Wasserfälle und Flüsse sind zum Beispiel ein gutes Naturmotiv, um sich an verschiedenen Belichtungslängen auszuprobieren. Die Aufnahme wird abwechslungsreicher, wenn ein ruhendes Objekt einen Fixpunkt setzt. Das kann zum Beispiel ein großer Stein im Vorder- oder Hintergrund sein oder auch ein Ast, der ins Bild ragt. Bei Küstenaufnahmen glättet eine lange Verschlusszeit kleinere Wellen und erzeugt den Eindruck einer ruhigeren See. Das eigentlich aufgewühlte Meer bekommt so eine glatte Oberfläche. Hier sind Fixpunkte wie ein Leuchtturm oder eine Kaimauer gute Gegenpole zur weichgezeichneten Meeresoberfläche.

Übrigens: Auch in belebten Innenstädten und bei stark frequentierten Fotomotiven wie Bauwerken oder anderen charakteristischen Landmarken kann eine Langzeitbelichtung einen tollen Effekt haben. Die Bewegung der Menschen, die durchs Bild laufen, hat hier einen anderen Effekt: Menschen werden verschwommen dargestellt oder verschwinden bei besonders langen Belichtungen gleich ganz, während unbewegte Elemente im Bild umso stärker hervortreten.

Bei Tageslicht müssen Fotografen aber meistens tricksen, denn Langzeitbelichtungen werden schnell überbelichtet. Hier hilft ein Graufilter, der vor das Objektiv geschraubt wird und die Szenerie insgesamt stark abdunkelt. Graufilter gibt es in verschiedenen Stärken.

Lichtmalerei und Sterneffekte

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Hier verschwimmen die Menschen durch Bewegung, während die weit geschlossene Blende Sterneffekte produziert.

(Foto: jwa)

Abends und Nachts braucht man für eine Langzeitbelichtung dagegen meist keine Extra-Filter. Dafür ist das Spiel der Lichter umso reizvoller. Gerade in der Stadt bietet der Straßenverkehr bei Nacht ein gutes Fotomotiv. Wenn die Straße eine kleine Kurve macht, kommt die Bewegung der Scheinwerfer besonders zur Geltung. Wer hier zusätzlich zur langen Belichtungszeit etwas abblendet, also die Blendenöffnung manuell kleiner macht, bekommt bei unbewegten, punktförmigen Lichtquellen, zum Beispiel von Laternen, einen reizvollen Sterneffekt.

Eine weitere Spielart der Langzeitbelichtung ist die Lichtmalerei. Dabei erzeugt man die Bewegung im Dunkeln selbst. Als Lichtquelle kann dabei alles mögliche dienen: Feuerzeuge, Wunderkerzen, Taschenlampen, Handy-Displays oder Neonstäben. Mit etwas Übung können Fortgeschrittene so ganze Choreographien aus Licht nachzeichnen und Buchstaben oder Formen aufs Bild bannen. Wer sich komplett in Schwarz kleidet, ist nachher selbst auf dem Bild nicht zu sehen, auch wenn er während der Aufnahme durchs Bild läuft. Reizvoll kann es auch sein, während der Aufnahme gezielt einzelne Bereiche im Bildausschnitt zu beleuchten. So entstehen zum Beispiel in Gewölbekellern oder verlassenen Gebäuden geheimnisvolle Liuchtquellen. 

Bei Langzeitbelichtungen können Nutzer also sehr viel experimentieren. Egal, für welche Spielart man sich aber entscheidet, ein fester Untergrund oder noch besser ein gutes Stativ sind unerlässlich. Weil der Verschluss der Kamera mehrere Sekunden geöffnet ist, muss sie absolut ruhig stehen, jede Erschütterung führt zu unscharfen und verwackelten Aufnahmen. Schon das Drücken des Auslösers kann zu einer leichten Unschärfe führen - deshalb empfiehlt es sich, den Selbstauslöser zu benutzen, dann löst die Kamera mit mehreren Sekunden Verzögerung aus. Noch besser ist eine Kabelfernbedienung.

Bei Spiegelreflexkameras kann man zudem vermeiden, dass der Spiegel direkt vor der Aufnahme hochklappt, zum Beispiel indem man im Live-View-Modus fotografiert. Das verhindert noch zusätzlich geringe Vibrationen.

Quelle: n-tv.de, jwa/dpa

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