Technik

"Atomkrieg" bis zum "letzten Atemzug" Steve Jobs hasste Android

Die früheren Konzern-Chefs Steve Jobs (Apple) und Eric Schmidt (Google) waren einst Weggefährten, Schmidt verfasste nach Jobs' Tod einen bewegenden Nachruf. Von Google hielt Jobs dagegen eher wenig, wie Auszüge aus seiner bald erscheinenden Biografie belegen.

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Apple-Chef Steve Jobs hat vor seinem Tod alles daran gesetzt, das konkurrierende Smartphone-Betriebssystem Android von Google zu "vernichten", weil er es von Apple abgekupfert hielt. Das geht aus der neuen Biografie des Apple-Gründers von Walter Isaacson hervor, die in Auszügen vom Online-Portal "Huffington Post" veröffentlicht wurde.

Die in der Biografie beschriebene Haltung von Steve Jobs erklärt auch die unversöhnliche Härte, mit der aktuell vor Gerichten in aller Welt um Patentrechte in der Mobilfunk-Branche gestritten wird. Android-Smartphones sind die stärksten Konkurrenten von Apples iPhone. Apple überzieht ihre Hersteller wie Samsung oder HTC mit Patentklagen und Designklau-Vorwürfen.

"Ein gestohlenes Produkt"

"Wenn es sein muss, werde ich meinen letzten Atemzug dafür verwenden, und jeden Penny von Apples 40 Milliarden Dollar bei der Bank, um dieses Unrecht zu korrigieren. Ich werde Android vernichten, weil es ein gestohlenes Produkt ist", zitiert Isaacson den ehemaligen Apple-Chef in seinem Buch. "Ich werde einen Atomkrieg dagegen führen."

"Außer Suche alles Mist"

Der Apple-Gründer sei bei dem Gespräch über Android "wütender geworden, als ich ihn je gesehen habe". Jobs habe sich auch extrem abfällig über Google-Angebote geäußert: "Außerhalb der Suche sind Googles Produkte - Android, Google Docs - Mist." Er habe erfolglos versucht, Google von der Entwicklung eines eigenen Smartphone-Betriebssystems abzubringen und dem Internet-Konzern dafür auch einen prominenten Platz auf Apples iPhones versprochen. Der Karten-Dienst auf dem iPhone wird nach wie vor von Google bestückt.

Googles Android ist in kürzester Zeit zur stärksten Kraft im schnell wachsenden Smartphone-Markt aufgestiegen. Dazu trug auch bei, dass das Betriebssystem von mehreren Handy-Herstellern genutzt wird. Google vermarktet Android als offene und kostenlose Software, die Anbieter stehen aber im Visier zahlreicher Patentklagen, vor allem von Apple. Außerdem zahlen etliche von ihnen Lizenzgebühren an Microsoft, um rechtlichen Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen.

Apple scheint im Gegensatz zu Microsoft weniger daran interessiert, Lizenzzahlungen von den Android-Herstellern zu bekommen, sondern dass die angeprangerten Technologien von ihren Geräten verschwinden. Google versucht derzeit, mit dem Kauf des traditionsreichen Handy-Herstellers Motorola für 12,5 Milliarden Dollar das Patent-Arsenal hinter Android aufzustocken, um mehr Verhandlungsmasse in den Konflikten zu haben.

Das Buch "Steve Jobs. Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers" erscheint am Montag in den USA, die deutsche Version am Donnerstag.

Quelle: n-tv.de, tle/dpa

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23.04.09