Technik

Stromausfall in NordamerikaWar doch Lovesan schuld?

22.08.2003, 16:32 Uhr

Nach Recherchen des Computermagazins c't kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Stromausfall in den USA und Kanada vergangene Woche mit dem Computerwurm "Lovesan" zusammenhing.

Der Stromausfall, der vergangene Woche New York und weitere Teile der USA sowie Kanadas lahm gelegt hatte, steht möglicherweise doch mit der Ausbreitung des Computer-Wurms "Lovesan" in Zusammenhang. Dies berichtet das Computermagazin c't.

Das Energiechaos habe mit einem lokalen Problem und einem abgeschalteten Kraftwerk begonnen, berichtet c't. Ein Kontrollsystem hätte verhindern sollen, dass in einem "Domino-Effekt" weitere Kraftwerke ausfallen. Die Kontrollmechanismen seien heute mit Standardbetriebssystemen wie Unix oder Windows ausgestattet. Dies ermögliche die kostengünstige Kommunikation über das Internet, mache die Systeme zugleich aber auch für alle Risiken, die das WWW mit sich bringt, anfällig.

"Auffällig ist in diesem Fall, dass die Stromversorger für ihre Kontrollmechanismen genau den Dienst von Windows einsetzen, dessen Sicherheitslücke der 'Lovesan'-Wurm ausnutzt", erklärte c't-Redakteur Daniel Bachfeld. Auch in abgesicherten Netzwerken müsse nur ein Mitarbeiter sein infiziertes Notebook anschließen - "und schon hat sich ein Virus oder Wurm eingeschlichen", sagte Bachfeld.

Laut c't ist das Problem bereits bekannt. Schon in der Vergangenheit hätten Computerviren zu Schwierigkeiten bei Stromversorgern geführt. Auch wenn sich heraus stellen sollte, dass "Lovesan" mit dem jüngsten Energiechaos nichts zu tun hatte, "fest steht, dass die IT-Systeme der Stromversorger verwundbar sind", sagte Bachfeld. Da die Unternehmen in Deutschland andere Systeme verwendeten und auf Internet-Verbindungen verzichteten, seien sie weniger angreifbar als die Energiekonzerne in den USA.