Linux-DesktopWas lange währt...
Noch lässt der Durchbruch auf dem Desktop auf sich warten. Doch findet Linux neben MS-Windows auf immer mehr privaten PCs Verbreitung.
Der große Durchbruch auf dem Desktop lässt noch auf sich warten. Doch als zweites Betriebssystem neben Windows findet Linux auf immer mehr privaten PCs Verbreitung. Dazu trägt unter anderem die schnelle technische Entwicklung des freien Betriebssystems bei, als dessen Maskottchen der Pinguin gilt.
Das nutzen auch Softwarehäuser, die das eigentliche Betriebssystem zusammen mit vielen Anwendungsprogrammen als so genannte Distribution in regelmäßigen Abständen anbieten.
Wer noch kein Linux auf seinem Rechner hat, dem rät Andreas Gebhard vom LinuxTag, Europas größter Linux-Messe mit Sitz in Kaiserslautern, sich Knoppix zu beschaffen. Die aktuelle Distribution, Version 3.3, ist auf CD-ROM für fünf Euro zu haben und läuft komplett von CD.
Wer danach bei Linux bleiben will, sollte auf eine Distribution mit Mandrake 9.2 und Suse Linux 9.0 zurückgreifen. Mandrake gibt es als Discovery-Variante für Einsteiger (39 Euro), als Powerpack (70 Euro) und als ProSuite (199 Euro). Suse Linux 9.0 wird als Profi-Paket für rund 80 Euro angeboten, die so genannte personal Edition kostet rund 50 Euro.
Mandrake 9.2 und Suse Linux 9.0 bieten Umsteigern außerdem den Vorteil, dass sie fast automatisch vorhandene Windows-Partitionen auf der Festplatte verkleinern können. Hinterher laufen Linux und Windows friedlich nebeneinander auf dem Rechner.
Deutlich schwerer zu installieren - und nach Angaben der Experten deshalb auch nicht für Anfänger geeignet - ist das Betriebssystem Debian. Fortgeschrittenen Nutzern bringt es Vorteile: "Wer Debian erst einmal auf seinem Rechner installiert hat, hat es leicht, sein System immer auf dem aktuellsten Stand zu halten," sagt Ulrich Wolf vom Linux Magazin.
Zu den bekanntesten Distributionen gehört Red Hat. Das ursprüngliche Produkt für private Nutzer, Red Hat Linux, ist vor kurzem in das Community-Projekt Fedora übergegangen. Die erste Distribution, Fedora Core 1 genannt, ist bereits erhältlich - allerdings nur zum Herunterladen.
Fedora besteht nach Angaben von Red Hat ausschließlich aus freier Software und ist kostenlos. Was die mitgelieferte Standard-Software betrifft, kann Fedora mit Suse oder Mandrake weiterhin mithalten: Die Benutzeroberflächen KDE oder Gnome zum Beispiel gehören ebenso zum Paket wie OpenOffice, der Browser und das Mailprogramm von Mozilla oder Samba.
Suse Linux baut mit seiner aktuellen Distribution auf die Zukunft: Suse Linux 9.0 ist auch in einer Version für den Athlon-64-Prozessor von AMD zu haben. Ansonsten bietet die 9er Version gegenüber dem Vorgänger mit der Versionsnummer 8.2 nur kleine Neuerungen.
Während Suse auf Kernel 2.4.21 setzt, greift Mandrake Linux 9.2 auf die Version 2.4.22 zu. Die verwendete Kernel-Version kann für den Endanwender interessant sein, wenn besonders aktuelle Hardware eingesetzt wird, so Ulrich Wolf. Was den Umfang der Software angeht, nehmen sich die Pakete nichts: Mandrake bietet zum Beispiel KDE 3.1.3, Gnome 2.4.0, OpenOffice 1.1 und Mozilla 1.4., das Grafiktool The GIMP 1.2.5. sowie die eigene Benutzeroberfläche MandrakeGalaxy.