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Große Update-Show beim WWDC iOS 7 ist so gut wie ein neues iPhone

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Mit iOS 7 ist das iPhone kaum wiederzuerkennen.

(Foto: n-tv.de)

Zu Beginn der Entwicklerkonferenz WWDC stellt Apple eine neue Version seines mobilen Betriebssystems iOS vor. Sie hat ein komplett neues Design und bietet wichtige neue Funktionen. Neben iOS 7 präsentiert Apple das neue Mac-Betriebssystem OS X Mavericks, neue MacBook-Air-Modelle, einen neuen Mac Pro und iTunes Radio.

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Zu Beginn der Show zeigte Tim Cook ein Video des neuen Berliner Apple Store.

(Foto: n-tv.de)

Chefdesigner Jonathan Ive hat im Moscone Center bei Apples Entwicklerkonferenz standing ovations für sein neues mobiles Betriebssystem iOS 7 erhalten. Es scheint auf den erste n Blick so gut gelungen zu sein, dass Nutzer nach dem Update das Gefühl haben könnten, ein neues iPhone oder iPad in den Händen zu halten.

Bevor iOS 7 unter großem Beifall vorgestellt wurde, schickten Apple-Chef Tim Cook und sein Team aber zunächst das neue Mac-Betriebssystem OS X Mavericks, neue Modelle des Notebooks MacBook Air und einen spektakulären neuen Mac Pro ins Rennen.

Computer sollen länger durchhalten

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Apples Chefdesigner Jonathan Ive zeigte sich nur per Video.

(Foto: n-tv.de)

Das neue Computer-Betriebssystem OS X Mavericks soll vor allem für längere Akku-Laufzeiten sorgen. Programme, die von einem Fenster verdeckt werden, ruh en und verbrauchen so keinen Strom. Insgesamt soll Maverick durch verschiedene neue Techniken bis zu 72 Prozent sparsamer als das aktuelle OS  X Mountain Lion sein.

Der Finder erhält Tabs und Nutzer können Dateien mit Tags versehen, die über iCloud synchronisiert werden. Mavericks unterstützt außerdem besser multiple Displays, wobei auch der Fernseher via Apple TV zum Mac-Bildschirm wird.

Der Safari-Browser soll jetzt ebenfalls weniger Ressorcen verbrauchen und erhält einen Passwort-Safe, der über iCloud auf allen Geräten eines Nutzers aktuell gehalten wird. Er kann auch selbstständig Passwörter generieren, die sich der Nutzer dann nicht zu merken braucht.

Benachrichtigungen können direkt bearbeitet werden und neue Infos werden sofort nach Arbeitspausen angezeigt. Apple hat außerdem die Kalender-App verbessert und Maps hat ähnliche Funktionen erhalten, wie man sie vom neuen Google Maps kennt. OS X Mavericks soll ab Herbst zum Download zur Verfügung stehen.

Neues MacBook Air ab sofort verfügbar

Die neuen MacBook-Air-Modelle stehen ab sofort zur Verfügung. Sie haben neue Intel-Haswell-Prozessoren mit schnellerer Grafik-Leistung, die außerdem so stromsparend arbeiten sollen, dass Apple die Batterie-Laufzeiten für das 13-Zoll-Modell mit bis zu zwölf Stunden angibt. Die 11-Zoll-Geräte sollen bis zu neun Stunden durchhalten. Außerdem haben die Notebooks einen moderneren WLAN-Standard und der SSD-Flash-Speicher soll deutlich schneller arbeiten. Die Preise liegen zwischen 999 und 1299 Euro.

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Zylinder mit mächtig viel Dampf unter der Haube: der neue Mac Pro.

(Foto: Apple)

Die Profi-Arbeitsmaschine Mac Pro wurde im wahrsten Sinne des Wortes runderneuert. Das extrem leistungsstarke Gerät steckt jetzt in einem zylinderförmigen Gehäuse, das wesentlich kleiner als der aktuelle Mac Pro ist. Der Computer wird in den USA zusammengebaut.

Applaus für iOS 7

Star des Abends war aber ganz klar das neue iOS 7. Chefdesigner Jonathan Ive, der erstmals auch für Apples mobiles Betriebssystem zuständig war, hat offensichtlich sehr gute Arbeit geleistet. Ive war nicht persönlich auf der Bühne, sondern sprach eine Video-Botschaft.

Der Chefdesigner hat die Oberfläche extrem luftig mit 3D- und Transparenz-Effekten und neuen, schlichten Icons gestaltet. In der Video-Botschaft sagte er, dass sich wahre Einfachheit aber nicht nur durch die Beseitigung von Unordnung und Verzierungen auszeichne, es gehe vor allem darum, Ordnung in die Komplexität zu bringen.

Das ist ihm gelungen. Apps füllen nun den kompletten Bildschirm ein, Schritte vor und zurück können Nutzer durch seitliche Wischbewegungen machen und in Ordnern gibt es in iOS 7 mehrere Seiten. Die Nachrichtenzentrale ist nicht nur wesentlich aufgeräumter und informativer, sie ist jetzt auch im Sperrbildschirm erreichbar.

Schnelleinstellungen kommen von unten

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iTunes Radio, Multitasking, neu gestaltete Icons, das Control Center und SafariTabs in 3D.

(Foto: Apple)

Ive hat auch die heiß ersehnten Schnelleinstellungen eingeführt, die man vom unteren Displayrand nach oben ziehen kann. Im schick transparenten Control Center hat man Zugriff auf wichtige Einstellungen wie WLAN, Bluetooth, aber auch auf den Musik-Player oder eine Taschenlampenfunktion. Das Control Center steht ebenfalls im Sperrbildschirm zur Verfügung.

Multitasking steht jetzt für alle Apps zur Verfügung und Nutzer können ähnlich wie bei Android schnell in einer 3D-Ansicht durch die Anwendungen "blättern". Häufig genutzte Apps erkennt das System und hält sie im Hintergrund wach. Die Akku-Laufzeit soll dadurch aber kaum verkürzt werden.

Der Safari-Browser hat jetzt einen Vollbild-Modus, unbegrenzte Tabs, verbesserte Lesezeichen und man kann vor- und zurückwischen.

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Das Control Center zieht man vom unteren Display-Rand nach oben.

(Foto: n-tv.de)

Zwar kann man in iOS 7 noch nicht wie in Android Inhalte fast mit jeder App teilen, aber das neue Air Drop bietet Nutzern viele neue Möglichkeiten, im geschützten Peer-to-Peer-Verfahren über einen Button Dateien, Bilder oder Videos unkompliziert mit anderen Geräten oder Freunden zu teilen.

Air Drop kommt auch der Kamera-App zugute, die unter anderem neue Live-Filter erhalten hat. Die Fotos-App sortiert Bilder jetzt automatisch nach Datum, Uhrzeit und Örtlichkeit in Alben ("Momente"). Nutzer können Bilder und Alben auch über iCloud in die Fotostreams von Freunden teilen.

Siri ändert die Stimme

Der Sprachassistent Siri erhält neue weibliche und männliche Stimmen - auch deutsche - und kann jetzt direkt in Twitter und Wikipedia suchen. Statt auf Google Search setzt Apple bei Siri auf die Bing-Suche. Der Sprachassistent kann jetzt auf Befehl auch einige Systemeinstellungen ändern.

Die Musik-App wurde ebenfalls überarbeitet und enthält jetzt Apples neues Internet-Radio iTunes Radio. Es steht Nutzern werbefinanziert kostenlos zur Verfügung, sie können Stationen nach Kategorien wählen oder nach eigenem Geschmack zusammenstellen lassen.

Und auch die nervigen Updates haben ein Ende: Neben neuen Kategorien (Altersstufen, Apps in der Nähe) hat Apple seinem Store endlich die Fähigkeit gegeben, Apps automatisch zu aktualisieren. Als Beta steht iOS7 Entwicklern sofort zur Verfügung, die finale Version soll bis zum Herbst veröffentlicht werden. Aufspielen können es Besitzer eines iPhone 4 oder eines neueren Modells. Beim iPad muss es mindestens die zweite Generation oder ein Mini sein.

Quelle: ntv.de

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