Ausschließlich Straftäter13 ausreisepflichtige Afghanen aus Deutschland abgeschoben

Die Bundesregierung hat erneut ausreisepflichtige Afghanen in ihr Heimatland abgeschoben. Dabei handelte es sich ausschließlich um Straftäter.
Die Bundesregierung hat 13 ausreisepflichtige Afghanen mit einem Charterflugzeug in ihr Herkunftsland gebracht. Wie eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums auf Nachfrage mitteilte, handelte es sich um männliche afghanische Staatsangehörige. "Bei den Männern handelt es sich ausnahmslos um Männer, die hier strafrechtlich in Erscheinung getreten sind", hieß es weiter. Bei den Straftaten ging es demnach unter anderem um Sexualdelikte, Körperverletzung und Drogenhandel.
Die Rückführung erfolgte den Angaben nach per Charterflug nach Kabul und wurde am Dienstag erfolgreich beendet. Seit dem Regierungsantritt der schwarz-roten Koalition sind damit insgesamt 263 afghanische Staatsangehörige aus Deutschland nach Afghanistan gebracht worden. Dabei handelte es sich fast ausschließlich um Straftäter.
Taliban lieferte Unterstützung
Zuletzt hatten die islamistischen Taliban vorübergehend weiteres Personal nach Deutschland geschickt. Dies soll laut Bundesregierung die Abschiebung von mehr Ausreisepflichtigen nach Afghanistan ermöglichen, indem diese Mitarbeiter zum Beispiel bei der Ausstellung von Dokumenten unterstützen.
Kritiker, etwa aus den Reihen der Grünen, haben wiederholt bemängelt, dass die Bundesregierung Zugeständnisse macht, um Abschiebungen zu ermöglichen, obwohl sie die Taliban-Regierung nicht anerkennt - unter anderem wegen deren Menschenrechtsverletzungen.
Die Organisation Pro Asyl berichtete mit Verweis auf eine Kleine Anfrage im Bundestag, Ende 2025 hätten in Deutschland etwa 13.000 ausreisepflichtige Afghanen gelebt, davon rund 10.000 mit einer Duldung. Das bedeutet, dass sie vorerst nicht abgeschoben werden können.