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Sorgen im Außenhandel69 Prozent der deutschen Unternehmen sehen neue Handelshemmnisse im Auslandsgeschäft

24.03.2026, 09:50 Uhr
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Deutsche Unternehmen blicken zunehmend skeptisch auf ihr Auslandsgeschäft.

Neue Handelshemmnisse machten 69 Prozent der befragten Betriebe zu schaffen, elf Punkte mehr als im Vorjahr, teilte die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) am Dienstag in Berlin mit. Der Wert ist so hoch wie noch nie seit Beginn der Erhebung im Jahr 2005. 21 Prozent der Betriebe erwarten eine Verschlechterung ihrer Geschäfte, 16 Prozent eine Verbesserung.

Neue Zölle seien vor allem im oft besonders wichtigen US-Geschäft zu spüren, von 86 Prozent der dort aktiven Firmen. Die Erwartungen für das laufende Jahr lägen auf einem Rekordtief. "Die USA entwickeln sich zum Risikofaktor", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. "Hohe Zölle, politische Volatilität und rechtliche Unsicherheiten machen eine langfristige Planung zunehmend schwierig."

Die DIHK hatte in der ersten Februar-Hälfte und damit noch vor Ausbruch des Nahost-Krieges 2400 deutsche Unternehmen mit Aktivitäten im Ausland befragt. Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran werde die Lage noch verschlechtern, mache etwa Containerhandel und Luftfracht erheblich teurer. "Der freie Welthandel bekommt immer tiefere Risse", so Treier.

Es geht dabei aber nicht nur um neue Zölle und Lieferschwierigkeiten, sondern auch um sogenannte nicht-tarifäre Handelshemmnisse. 51 Prozent der Unternehmen klagten über lokale Zertifizierungsvorschriften, 37 Prozent über strengere Sicherheitsanforderungen, 35 Prozent über Exportkontrollen. Letztere beträfen vor allem das US- und auch China-Geschäft. Innerhalb der EU seien es Berichtspflichten, Verpackungsregeln oder Klimaschutzvorgaben. Viele Unternehmen suchen deswegen nach neuen Absatzmärkten, etwa in Indien oder Südamerika.

Quelle: ntv.de, rts

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