Kurznachrichten

Druck auf BoJAnleiherendite in Japan auf 30-Jahres-Hoch gestiegen

01.09.2026, 14:57 Uhr
537733394
(Foto: picture alliance / imageBROKER)

Die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen ist erstmals seit 30 Jahren auf drei Prozent gestiegen.

Als Gründe gelten Sorgen der Anleger über die Inflation, die Haushaltslage des Landes und der wachsende Druck auf die Notenbank (BoJ), die Zinsen schneller anzuheben. Die Rendite der als Referenz für Hypotheken und Unternehmenskredite geltenden Anleihen hat sich in den vergangenen zwei Jahren mehr als verdreifacht. Auch die Renditen für Papiere mit kürzeren Laufzeiten erreichten historische Höchststände. An den Märkten wird eine Zinserhöhung der BoJ noch in diesem Monat erwartet.

Die Sorgen über die finanzielle Lage Japans werden durch die Pläne von Premierministerin Sanae Takaichi für höhere Investitionen und Steuersenkungen geschürt. Zudem sollen die Ministerien einem Medienbericht zufolge für das kommende Haushaltsjahr die höchsten Mittelanforderungen aller Zeiten gestellt haben. Japans Schulden übersteigen bereits 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. "Der Anleihemarkt hat mit dem bisherigen Renditeanstieg zu einem gewissen Grad eine Warnung vor einer fiskalischen Expansion ausgesprochen", sagte Ryutaro Kimura, Anleihestratege bei BNP Asset Management.

Der schwache Yen, der sich in der Nähe eines 40-Jahres-Tiefs bewegt, übt ebenfalls Druck auf die Notenbank aus. US-Finanzminister Scott Bessent sagte am Rande des G20-Finanztreffens in einem Interview mit dem Sender CNBC: "Ich habe Informationen, die der Markt nicht hat, und ich glaube, dass die japanische Regierung und die BoJ Maßnahmen ergreifen werden, die zu einem stärkeren Yen führen werden."

Die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama teilte nach einem Treffen mit Bessent mit, beide hätten sich auf eine fortgesetzte Abstimmung für "geordnete" Yen-Bewegungen verständigt. Eine seltene gemeinsame Intervention der USA und Japans Ende Juli hatte dem Yen nur eine kurze Atempause von seinem 40-Jahres-Tief bei 163,99 je Dollar verschafft.

Quelle: ntv.de, rts

Regionales