Sechseinhalb Jahre HaftstrafeAustralien: Ehemaliger Bischof wegen sexueller Gewalt gegen junge Männer verurteilt

In Australien ist ein emeritierter katholischer Bischof wegen sexueller Gewalt gegen junge Männer zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden.
Dieses Strafmaß verhängte am heutigen Mittwoch ein Gericht im Bundesstaat Western Australia, wie ein Gerichtsvertreter am heutigen Mittwoch mitteilte. Christopher Alan Saunders war im August wegen eines Falles der Vergewaltigung und zwölf Fällen von sexueller Nötigung schuldig befunden worden.
Eines seiner Opfer sagte in einer vor Gericht verlesenen Erklärung: "Ich war ein Spielzeug, das er benutzte. Mein Kopf pocht jetzt, ich habe so große Schmerzen."
Saunders war jahrzehntelang einer der ranghöchsten Katholiken in Australien. Mehr als 20 Jahre lang leitete er die Diözese Broome. Dabei handelt es sich um eine weitläufige Küstenregion im Nordwesten Australiens. 2020 trat Saunders als Bischof zurück, als erstmals Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen ihn aufkamen. Er wies die Vorwürfe zurück und behielt den Ehrentitel eines emeritierten Bischofs.
Die Ermittlungen hatten zunächst keine ausreichenden Beweise für eine Anklage gegen Saunders erbracht. Wegen anhaltender Berichte über gegen ihn erhobene Vorwürfe leitete der Vatikan dann 2022 eigene Ermittlungen ein, deren Ergebnisse er mit der australischen Polizei teilte. Diese nahm daraufhin ihre eigenen Ermittlungen wieder auf, die schließlich zur Anklage und jetzt zu der Haftstrafe für den Ex-Bischof führten.