Hans-Böckler-Stiftung Azubis mit Tarifvertrag erhalten im Schnitt 441 Euro mehr

Azubis in Branchen mit Tarifvertrag profitieren laut einer Studie von höheren Vergütungen und weiteren Regelungen.
Wie das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Donnerstag mitteilte, liegen die tariflichen Ausbildungsvergütungen in 20 ausgewählten großen Tarifbranchen im ersten Ausbildungsjahr im Schnitt bei 1165 Euro - und damit um durchschnittlich 441 Euro über der gesetzlichen Mindestausbildungsvergütung von 724 Euro.
Zudem gibt es laut der WSI-Auswertung diverse weitere Themen, die in den Tarifverträgen der untersuchten Branchen geregelt werden: Lernmittelzuschüsse, Freistellungen vor Prüfungen, Mobilitätsbeihilfen und Weihnachts- oder Urlaubsgeld für Azubis zählen demnach dazu. Zudem wird in zwölf der untersuchten Branchen auch eine Übernahme nach der Ausbildung in den Tarifverträgen erwähnt, allerdings als Absichtserklärung, aus der sich "kein individueller rechtlicher Anspruch der Auszubildenen ableiten" lasse, wie WSI-Bildungsexpertin Magdalena Polloczek erklärte.
Gekoppelt ist eine Empfehlung zur Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung der Studie zufolge oft mit einem Verweis auf die aus Unternehmenssicht wichtige Fachkräftesicherung. Unter dem Strich kämen die tariflich festgelegten Regelungen nicht nur den jungen Auszubildenden zugute, fasste Polloczek zusammen. "Sie tragen zu einer Stabilisierung und Qualität der betrieblichen Ausbildung bei."