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Verband warnt BTW sieht Risiken für Tourismusbranche durch AfD-Forderungen

18.09.2026, 12:29 Uhr
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(Foto: picture alliance/dpa)

Kurz vor den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin hat der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) vor den Folgen zentraler Positionen und Forderungen der AfD für die Tourismuswirtschaft gewarnt.

Die AfD vertrete Positionen, die "wesentlichen Interessen der Branche entgegenstehen", erklärte der Verband am Freitag. Das gelte insbesondere für eine deutlich restriktive Zuwanderungspolitik, die Infragestellung des Schengen-Systems und die Abkehr vom Euro.

"Unsere Branche lebt von Offenheit, Mobilität und internationalem Austausch. Menschen über Grenzen hinweg zusammenzubringen und Gäste aus aller Welt willkommen zu heißen, gehört zu ihrem Kern", erklärt BTW-Präsident Sören Hartmann. Schengen, Reisefreiheit, die gemeinsame Währung im Euro-Raum oder auch Arbeitskräftezuwanderung aus dem Ausland seien für die Betriebe der Branche "keine Symbolthemen, sondern zentrale Geschäftsgrundlagen".

Im Gastgewerbe haben demnach 44,5 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen Migrationshintergrund - "ohne sie würden Teile der Branche stillstehen". Auch etwaige Einschränkungen des queeren Lebens hätten "für uns nicht akzeptable Konsequenzen für viele unserer Kunden wie Mitarbeitenden", betonte Hartmann.

Offene Grenzen innerhalb Europas seien für die Tourismuswirtschaft "von immenser Bedeutung". Dauerhafte Grenzkontrollen würden die grenzüberschreitende Mobilität von Gästen und Beschäftigten erschweren und belasten: Betroffen wären Pkw- wie Flugreisende, die Bus- und Bahntouristik, Flusskreuzfahrten und nicht nur Übernachtungsgäste, sondern auch der Tagesreiseverkehr, zählte der Verband auf. "Im Luftverkehr würden längere Umsteigezeiten zudem die Drehkreuzfunktion der deutschen Flughäfen schwächen." Eine Abkehr vom Euro schließlich würde neue Wechselkursrisiken schaffen und langfristige Kalkulationen in der Tourismuswirtschaft erschweren.

Hartmann erklärte: "Wir wissen, dass der Frust bei vielen Bürgern wie Unternehmen in Deutschland hoch ist. Der Wirtschaftsstandort schwächelt in vielerlei Hinsicht, die Kosten allen voran für Energie steigen, die Menschen haben immer weniger verfügbares Geld auf dem Konto und gleichzeitig kämpfen viele Unternehmen um ihre Existenz - auch in unserer Branche." Die Lösung all dessen liege jedoch nicht in weniger Internationalität und wirtschaftspolitischer Abschottung.

Quelle: ntv.de, AFP

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