Belastung für VerbraucherIran-Krieg könnte Energiekosten in Deutschland länger hoch halten

Die Folgen des Iran-Kriegs für Verbraucher in Deutschland weiten sich aus und die Energiekosten könnten längerfristig hoch bleiben.
Einer Auswertung des Portals Finanztip zufolge steigen mittlerweile neben den Gas- auch die Strompreise für Neukunden. Katar, wichtiger Produzent von Flüssigerdgas, teilte mit, dass LNG-Produktionskapazitäten in dem Golfstaat durch iranische Angriffe wohl nachhaltig beschädigt wurden. SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese stellte im Fall einer anhaltenden Energiepreiskrise Entlastungen für Verbraucher in Aussicht.
Die Gaspreise waren mit den ersten Angriffen Israels und der USA auf den Iran bereits stark gestiegen. Seit Kriegsbeginn sperrt der Iran de facto die Straße von Hormus, eine Meerenge, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und LNG-Transports verläuft. Katar, zweitwichtigster LNG-Produzent der Welt, reduzierte wegen iranischer Angriffe zudem seine Produktion.
Die Gaspreise legten zunächst an den Spotmärkten zu, in dieser Woche erklärte das Vergleichsportal Verivox jedoch, dass auch die Neukundenpreise von Gaslieferverträgen mittlerweile ansteigen. Neu abgeschlossene Verträge hätten sich "innerhalb weniger Tage um 1,7 Cent pro Kilowattstunde verteuert", erklärte das Vergleichsportal am Dienstag.
Am Donnerstag kam es zu weiteren massiven Preisanstiegen an die Spotmärkten. Auf einen israelischen Angriff auf ein iranisches Gasfeld hatte Teheran mit massiven Angriffen auf Energieinfrastruktur in den Golfstaaten reagiert. In Katar wurde die größte LNG-Produktionsanlage der Welt dabei schwer beschädigt. "Die Reparatur der Schäden an den LNG-Anlagen wird zwischen drei und fünf Jahren dauern", erklärte Energieminister Saad Scherida al-Kaabi. Die Exportkapazität Katars verringere sich um 17 Prozent.