Wachstumsziel auf der KippeChina investiert rund 73 Milliarden Euro zum Ankurbeln der Wirtschaft

Chinas Führung macht neue Mittel zum Ankurbeln der Wirtschaft locker.
Sie gab am Freitag ungenutzte staatliche Kreditkontingente im Wert von 550 Milliarden Yuan (rund 73,2 Milliarden Euro) frei, um die Finanzen der Lokalregierungen zu stützen und Investitionen in die Infrastruktur auszuweiten. Damit verstärkt die Regierung in Peking ihre Unterstützung für eine Wirtschaft, die mit schwachem Konsum und geringer Investitionstätigkeit zu kämpfen hat. Der Schritt dient offenbar auch dazu, das staatliche Wachstumsziel von 4,5 bis 5 Prozent angesichts der zuletzt eher flauen Konjunktur abzusichern.
Die Wachstumsdynamik hat nach dem ersten Quartal nachgelassen. Die Wirtschaft im Reich der Mitte wuchs von April bis Juni nur um 4,3 Prozent und damit so schwach wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Für die Daten zum Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal wird mit einem Plus von 4,4 Prozent gerechnet, das somit für chinesische Verhältnisse ebenfalls recht niedrig ausfallen dürfte.
Eine verhaltene Binnennachfrage und die andauernde Krise am Immobilienmarkt belasten die Wirtschaft, die vom Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) und beim Warenexport getragen wird. Chinas Staatsrat, der als Kabinett fungiert, hatte bereits im vergangenen Monat zugesagt, antizyklische Maßnahmen zu verstärken, um die Wirtschaft zu stützen.
Bereits in den vergangenen zwei Jahren hatte die kommunistische Führung in Peking auf ungenutzte Kreditkontingente zurückgegriffen, um zum Jahresende fiskalische Impulse zu setzen. Das diesjährige Volumen übersteigt jedoch die Werte der Vorjahre. In einer weiteren Erklärung bekräftigte das Finanzministerium, eine proaktivere Fiskalpolitik "energisch und wirksam" umzusetzen und die Ausweitung der Binnennachfrage zu unterstützen.