"Müssen jetzt handeln"Deutlich mehr Abschiebungen und Ausreisen von Migranten in Frankreich

In Frankreich ist im vergangenen Jahr die Zahl der abgeschobenen und ausgereisten Migranten deutlich angestiegen. 2024 seien etwa 22.000 illegal in Frankreich lebende Migranten außer Landes gebracht worden, teilte das Innenministerium mit. Dies stelle einen Anstieg von knapp 27 Prozent im Vergleich zu den Abschiebungen 2023 dar. Fast 13.000 illegal in Frankreich lebende Menschen wurden demnach zwangsweise abgeschoben, etwa 5000 erhielten Unterstützung bei der Ausreise und etwa 4000 verließen das Land spontan.
Innenminister Bruno Retailleau geht gegen Migration und Drogenkriminalität vor, auch um Wähler der rechtsextremen Nationalen Sammlungsbewegung RN von Marine Le Pen zurückzugewinnen. Justizminister Gerald Darmanin begrüßte die Entwicklung auf dem Kurznachrichtendienst X: "Ich freue mich über diese Ergebnisse, die wir dank der entschlossenen Politik, die wir in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres verfolgt haben und die von Bruno Retailleau fortgesetzt wurde, erzielt haben."
Le Pen kritisierte den ebenfalls vom Innenministerium veröffentlichten Anstieg der Zahl der 2024 ausgestellten Aufenthaltsgenehmigungen um 1,8 Prozent auf 336.710. Dies sei ein neuer Rekord. "Wir müssen jetzt handeln und die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Kontrolle über unsere Migrationspolitik wiederzuerlangen", schrieb sie auf X.
Vergangene Woche hatte Ministerpräsident Francois Bayrou erklärt, viele Franzosen fühlten sich von der Migration überflutet. Während der RN die Äußerungen begrüßte, stieß dies im linken Spektrum des Parlaments auf scharfe Ablehnung.