Stärkstes Wachstum seit elf MonatenDeutsche Privatwirtschaft wächst im September überraschend deutlich

Die Wirtschaft in Deutschland hat zuletzt überraschend weiter Fahrt aufgenommen.
Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - legte im September um zwei volle Punkte auf 53,8 Zähler zu, wie der Finanzdienstleister S&P Global am Mittwoch zu seiner monatlichen Unternehmensbefragung mitteilte. Dies ist der höchste Stand seit elf Monaten. Das Barometer stieg damit deutlich über die Marke von 50, ab der es Wachstum signalisiert. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Verharren auf dem Vormonatswert von 51,8 Prozent gerechnet.
Ausschlaggebend für die überraschend gute Entwicklung war das Wachstum im Servicesektor: Der Index stieg auf 52,9 Punkte, nach 49,7 Zählern im August. Dies ist der höchste Wert seit Februar. Gleichzeitig ging es mit dem Barometer für die Industrie etwas nach unten: Es hielt sich mit 53,8 Punkten (54,3 im August) aber deutlich über der Wachstumsschwelle.
"Die deutschen Unternehmen meldeten im September weitere Anzeichen von Widerstandsfähigkeit", erklärte Phil Smith, Ökonom bei S&P Global Market Intelligence. Er fügte hinzu: "Das Wirtschaftswachstum gewann an Fahrt, die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist blieben stabil und die Beschäftigung wuchs den zweiten Monat in Folge - und das alles trotz des wieder steigenden Inflationsdrucks."
In Deutschland zeigen sich zarte Aufschwungsignale, womit auch die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute optimistischer auf die Konjunktur blicken. Sie erhöhten ihre Wachstumsprognose für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr auf 1,3 Prozent und auf 1,1 Prozent für 2027, wie Reuters von Personen erfuhr, die mit dem am Donnerstag anstehenden Herbstgutachten der Forscher vertraut sind. Im April hatten die Ökonomen und Regierungsberater noch damit gerechnet, dass das BIP 2026 nur um 0,6 Prozent steigt und im nächsten Jahr um 0,9 Prozent zulegt.