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Innere SicherheitDobrindt: Abwehrzentrum für hybride Bedrohungen startet nächste Woche

10.06.2026, 16:21 Uhr
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(Foto: Michael Kappeler/dpa)

Das geplante Abwehrzentrum für hybride Bedrohungen soll nach Angaben von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) "in der nächsten Woche" seine Arbeit aufnehmen.

Das gemeinsame Abwehrzentrum werde dafür sorgen, dass zwischen Bund, Ländern und Sicherheitsbehörden "genau diese Bedrohung gemeinschaftlich angegangen und bekämpft wird", sagte Dobrindt bei einer Regierungsbefragung im Bundestag. Das Abwehrzentrum wird beim Bundesamt für Verfassungsschutz angesiedelt und baut auf der Idee des Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrums auf.

Angesichts zunehmender hybrider Bedrohungen aus dem In- und Ausland sollen die deutschen Sicherheitsbehörden nach dem Willen der Bundesregierung gestärkt werden. Den Verfassungsschutz will Dobrindt nach früheren Aussagen zu "einem echten Geheimdienst" ausbauen.

Dobrindt schloss bei der Regierungsbefragung mit Blick auf digitale Ermittlungsbefugnisse die Verwendung von Software der umstrittenen US-Firma Palantir nicht aus. "Wir machen weder Gesetze für einzelne Unternehmen oder eine bestimmte Software noch gegen einzelne Unternehmen und eine bestimmte Software", sagte der Minister. Der Entwurf sei auf Technologieoffenheit ausgelegt.

"Und welche Software am Schluss zum Einsatz kommt, das ist etwas, was im Laufe der Verfahren dann entschieden wird, aber nicht heute hier im Parlament, sondern die Software muss entsprechend den Nutzungsanforderungen der Behörden Genüge tun." Dazu würden "mehrere Softwareprodukte" geprüft, sagte der CSU-Politiker.

Die Palantir-Software vereinheitlicht Daten aus polizeilichen Quellen und macht sie sofort analysefähig. Dabei kommt Künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz. So sollen Ermittler automatisiert Verdächtige identifizieren, Straftaten verhindern oder aufklären können. Die Software wird schon von drei Bundesländern eingesetzt - Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern. In Baden-Württemberg ist dies geplant.

Palantir steht aber auch stark in der Kritik: Der aus Deutschland stammende Firmenmitgründer Peter Thiel gilt als erzkonservativ und ist Unterstützer der "Make America Great Again"-Bewegung von US-Präsident Donald Trump. Software von Palantir soll den USA dabei geholfen haben, im Jahr 2011 den früheren Al-Kaida-Chef Osama bin Laden aufzuspüren und die Konten des Milliardenbetrügers Bernard Madoff unter die Lupe zu nehmen.

Quelle: ntv.de, AFP

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