Kritik an Entscheidung der USAEU-Kommissar: Teilnahme Russlands an G20-Treffen "nicht normalisieren"

Die EU hat mit Unverständnis auf die Teilnahme Russlands an einem G20-Finanzministertreffen in den USA reagiert.
Die Haltung der EU sei bekannt, sagte EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis am Rande des Treffens in Asheville im US-Bundesstaat North Carolina. Es sei "nicht der richtige Zeitpunkt", die Beziehungen zu Russland oder seine Teilnahme an solchen Beratungen zu "normalisieren". Die USA hatten Russland erstmals seit vier Jahren die Teilnahme an einem G20-Finanzministertreffen ermöglicht. Der russische Finanzminister Anton Siluanow traf somit zum ersten Mal seit dem Angriff seines Landes auf die Ukraine im Februar 2022 wieder persönlich auf die anderen G20-Minister.
Die Einladung Siluanows rief Protest bei Deutschland und anderen europäischen Partnern hervor. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) bezeichnete das Signal der US-Regierung an Moskau als "irritierend". Er hätte sich Klarheit des US-Gastgebers gewünscht, dass man den russischen Minister "nicht wie einen normalen Gast hier empfängt", sagte der Bundesfinanzminister am Montag in Asheville.
Er habe zusammen mit anderen Europäern ein Foto mit Siluanow boykottiert, sagte Klingbeil. Bei der Arbeitssitzung habe er dem russischen Minister "direkt ins Gesicht gesagt", dass Moskau den Krieg beenden müsse.
Das Weiße Haus verteidigte dagegen die Einladung Russlands. Die US-Regierung arbeite mit Russland an einer Vereinbarung, die in der Ukraine "das endlose Blutvergießen beendet", sagte Sprecher Kush Desai auf Anfrage. "Der Präsident und die Regierung werden sich niemals scheuen, mit den Leuten zu sprechen, mit denen wir sprechen müssen, um dies voranzubringen", sagte Desai.
Die USA haben in diesem Jahr den rotierenden Vorsitz der G20-Gruppe inne, der auch Russland angehört. Seit dem Angriff auf die Ukraine hatte der Westen Moskau jedoch isoliert. Trump näherte sich seit seinem erneuten Amtsantritt im Januar 2025 wieder an den russischen Präsidenten Wladimir Putin an. Befürchtet wird, Trump könne Putin Mitte Dezember zum G20-Gipfel einladen und die europäischen Partner damit erneut provozieren. Der Gipfel soll in einem Golfclub des US-Präsidenten in Miami im Bundesstaat Florida stattfinden.