Handel legt leicht zuEinzelhandel steigert Umsatz – Unternehmen bleiben vorsichtig

Der Einzelhandel in Deutschland hat im ersten Halbjahr etwas mehr Umsatz gemacht.
Nominal stieg der Umsatz um 2,2 Prozent, preisbereinigt um 0,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden anhand vorläufiger Ergebnisse am Montag mitteilte. Laut Umfrage des Münchner Ifo-Instituts schätzen viele Unternehmen den weiteren Jahresverlauf aber "sehr zurückhaltend" ein.
Nach Beginn des Iran-Kriegs war der Ifo-Geschäftsklimaindikator für den Einzelhandel im April und im Mai auf die niedrigsten Werte seit 2023 abgerutscht. "Der Iran-Konflikt hat die konjunkturelle Unsicherheit erhöht und belastet die Verbraucherstimmung, auch wegen höherer Inflationsrisiken", erläuterte Ifo-Branchenexperte Patrick Höppner. Für die kommenden Monate erwarten die Einzelhändler laut Ifo-Umfrage eher steigende als mit sinkende Preise.
Im Juli schätzten 54 Prozent der Einzelhändler die Nachfrage als unzureichend ein, wie das Ifo weiter mitteilte. Im zweiten Quartal von April bis Juni kauften demnach bei rund 48 Prozent der Unternehmen im stationären Einzelhandel weniger Kunden ein als saisonüblich. Bei Online-Shops registrierten dagegen nur knapp 26 Prozent der Händler weniger Klicks als für die Jahreszeit üblich.
Auch in den kommenden Monaten wird die Konsumstimmung laut Umfrage für den Handelsverband Deutschland (HDE) sinken. Das HDE-Konsumbarometer ging im August nach unten, wenn auch nur leicht.
"Grund hierfür sind vermutlich die wieder zunehmenden Spannungen im Nahen Osten", erklärte der HDE. Der wieder an Intensität zunehmende Konflikt zwischen dem Iran und den USA wirke sich negativ auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung sowie die Verbraucherstimmung aus. "Beim Thema Konsum werden die Verbraucherinnen und Verbraucher vorsichtiger und mit Blick auf die kommenden Wochen wollen sie ihre Sparanstrengungen erhöhen."
Der HDE lässt monatlich 1600 Menschen zur Anschaffungsneigung, Sparneigung, finanziellen Situation und zu anderen konsumrelevanten Faktoren befragen. Das daraus erstellte Konsumbarometer bildet die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten ab.