Wissenschaftler warnen vor weniger DatenschutzExperten sehen darin keinen Weg zu mehr digitaler Wettbewerbsfähigkeit

Ein Abbau von Datenschutzstandards ist nach Ansicht von Wissenschaftlern kein geeignetes Mittel, um Europas Wettbewerbsfähigkeit in der digitalen Wirtschaft zu stärken.
Zu diesem Schluss kommt ein Grundsatzpapier des Projekts "Plattform Privatheit", das unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) und der Universität Kassel erarbeitet wurde. Statt auf pauschale Deregulierung zu setzen, müsse Europa seine wirtschaftliche Zukunft vielmehr auf datenschutzfreundliche Technologien, digitale Souveränität und vertrauenswürdige Innovationen aufbauen.
Die weit verbreitete Annahme "weniger Datenschutz bedeutet mehr Innovation" sei empirisch nicht haltbar, betonen die Autoren um Michael Friedewald vom Fraunhofer ISI und Alexander Roßnagel, Hessens Beauftragten für Datenschutz und Professor an der Universität Kassel. Die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sei keineswegs die zentrale Ursache für Innovationshemmnisse. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass die Regulierung nicht zu einem generellen Einbruch bei Neuerungen geführt habe.