Ifo-UmfrageFast jeder zweite Selbständige klagt über Auftragsmangel

Fast jeder zweite Selbständige in Deutschland klagt über fehlende Aufträge.
"Viele Selbständige spüren, dass ihre Kunden sich bei der Vergabe von Projekten zurückhalten", sagte Expertin Katrin Demmelhuber vom Ifo-Institut zu einer Umfrage der Münchner Wirtschaftsforscher am Freitag. "Gleichzeitig bleibt die private Konsumnachfrage gedämpft." Mehr als ein Fünftel der Solo-Selbständigen und Kleinstunternehmen sieht demnach die wirtschaftliche Existenz akut gefährdet. Dafür seien Finanzierungsprobleme verantwortlich, die zu den fehlenden Aufträgen hinzukämen. "Solo-Selbständigen und Kleinstunternehmen fehlen oft die finanziellen Reserven, um längere Durststrecken zu überbrücken", erläuterte Demmelhuber.
Trotz dieser unsicheren Situation stieg der sogenannte Jimdo-Ifo-Geschäftsklimaindex, der die Stimmung unter Selbständigen erfasst, im Juli von minus 25,9 auf minus 22,6 Punkte. "Das Niveau bleibt damit jedoch sehr niedrig", teilte das Ifo mit. Die Selbständigen bewerteten ihre laufenden Geschäfte weniger negativ und blickten weniger skeptisch nach vorn. Die gesamte deutsche Wirtschaft wächst derzeit nur leicht und hofft auf baldigen Rückenwind durch die Sonderausgaben der öffentlichen Hand etwa in die Infrastruktur. Dies soll auch private Investitionen ankurbeln und die Konjunktur beleben.