Heizspiegel warnt Heizen mit Gas deutlich teurer

Die Heizkosten in Deutschland sind einer Studie zufolge im vergangenen Jahr erneut gestiegen und dürften für viele Haushalte zur Dauerbelastung werden.
Dies geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Heizspiegel für Deutschland hervor, den die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund erstellte. Demnach war im Abrechnungsjahr 2025 insbesondere das Heizen mit Erdgas und Holzpellets deutlich teurer. Je nach Gebäudeart lagen die Kosten um bis zu 15 beziehungsweise 24 Prozent über dem Vorjahr. Als Hauptursachen nennen die Autoren die gestiegenen Preise für einzelne Energieträger sowie den kälteren Winter. Die Kosten für Wärmepumpen und Fernwärme stiegen dagegen nur moderat, während Heizöl preislich nahezu auf dem Niveau des Vorjahres blieb.
Auch für das laufende Jahr 2026 rechnet co2online mit weiteren Kostensteigerungen, vor allem bei Heizöl und Holzpellets. Beim Erdgas zeichnet sich zwar durch den Wegfall der Gasspeicherumlage zunächst eine leichte Entlastung ab. Die zuletzt gestiegenen Großhandelspreise infolge des Iran-Kriegs könnten jedoch mit Verzögerung bei den Verbrauchern ankommen. Langfristig sei der Trend eindeutig, sagte Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online: "Das Zeitalter günstiger fossiler Heizenergie ist spätestens seit der Energiekrise vor vier Jahren vorbei." Einer Prognose der Beratungsgesellschaft zufolge könnten sich die Heizkosten für Gas- und Ölheizungen bis 2045 mehr als verdoppeln. Als Gründe werden steigende CO2-Kosten und höhere Netzentgelte genannt. Die Kosten für Wärmepumpen dürften dagegen deutlich langsamer steigen und dauerhaft am niedrigsten bleiben.
Angesichts der Entwicklung forderte der Deutsche Mieterbund (DMB) einen besseren Schutz für Mieterhaushalte vor zu hohen Preissteigerungen. "Gerade fossile Heizungen werden immer mehr zum Kostenrisiko – besonders in älteren und energetisch schlechten Gebäuden", sagte DMB-Bundesdirektor Florian Becker. Der Bauherren-Schutzbund riet Hauseigentümern, bei einem Heizungstausch nicht nur die Investitions-, sondern auch die Betriebs- und Wartungskosten zu betrachten. Dem Heizspiegel zufolge können rund 90 Prozent aller Haushalte ihre Heizkosten senken. Das Sparpotenzial liege in einer durchschnittlichen Wohnung bei etwa 465 Euro pro Jahr, in einem Einfamilienhaus bei bis zu 1000 Euro.