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Gesamtbevölkerung nur halb so hochHohe Armutsquote bei Studierenden - 37,8 Prozent betroffen

07.10.2026, 12:06 Uhr
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(Foto: picture alliance / photothek)

Mehr als ein Drittel der Studierenden in Deutschland sind einer Studie zufolge von Armut betroffen.

Die Armutsquote liege bei 37,8 Prozent und sei damit mehr als doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung, heißt es in einer Untersuchung, die am Mittwoch vom Paritätischen Gesamtverband und dem Deutschen Studierendenwerk vorgestellt wurde. Darin wird vor allem auf die hohen Wohnkosten für Studentinnen und Studenten verwiesen. Die geplante Bafög-Reform kritisierten beide Organisationen als unzureichend.

Besonders prekär ist die Lage für Studierende, die alleine wohnen. Von ihnen leben der Studie zufolge 82,4 Prozent unter der Armutsgrenze. "Bei einem Medianeinkommen von 900 Euro und medianen Wohnkosten von 461 Euro bleiben alleinlebenden Studierenden rechnerisch nur rund 439 Euro für den gesamten übrigen Lebensunterhalt, weniger als der aktuelle Bafög-Grundbedarf von 475 Euro vorsieht", heißt es in der Untersuchung.

Nicht viel besser sehe es bei denjenigen aus, die mit anderen Studierenden oder Auszubildenden in einer Wohngemeinschaft leben. In dieser Gruppe liege die Armutsquote bei 70,4 Prozent.

"Die Ergebnisse belegen die finanzielle Not vieler Studierender", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, Joachim Rock. "Wer studiert, sollte seine Kraft in Vorlesungen, Seminare und Prüfungen investieren. Stattdessen grübeln Studierende, wie das Geld bis zum Monatsende reicht."

Die Bafög-Wohnkostenpauschale von 380 Euro decke die tatsächlichen Wohnkosten alleinlebender Studierender nicht ab, kritisierten der Paritätische Gesamtverband und das Studierendenwerk. "Die von der Bundesregierung geplante Anhebung auf 440 Euro zum 1. April 2027 bleibt dann immer noch unter den 461 Euro zurück, die die Studie ermittelt hat."

Mit Blick auf die im August vom Kabinett beschlossene Bafög-Reform forderten der Paritätische Gesamtverband und das Studierendenwerk die Bundesregierung auf, "den Grundbedarf schneller auf ein existenzsicherndes Niveau anzuheben, die Wohnkostenpauschale realitätsgerecht zu bemessen und beide Leistungen dauerhaft an die tatsächliche Kostenentwicklung zu koppeln".

Quelle: ntv.de, AFP

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