Bis 2030INTERVIEW-Microsoft: 10-Mrd-Investment soll Golfregion krisenfester machen

Microsoft plant bis 2030 Investitionen von mehr als zehn Milliarden Dollar in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Katar und Kuwait.
Microsoft plant bis 2030 Investitionen von mehr als zehn Milliarden Dollar in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Katar und Kuwait. Das Geld solle unter anderem in Cloud- und KI-Infrastruktur fließen, sagte Microsoft-Präsident Brad Smith am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Angesichts des andauernden Iran-Krieges mache Microsoft die digitale Widerstandsfähigkeit zu einem zentralen Bestandteil seiner Strategie für die Region. "Wir halten an allen Investitionen fest, die wir vor Beginn dieses Konflikts geplant hatten, und wir stocken sie sogar noch auf", sagte Smith. Es handele sich um einen aggressiven Ausgabenplan.
Die Golfstaaten investieren derzeit massiv in Künstliche Intelligenz (KI), um ihre Wirtschaft unabhängiger von Öl und Gas zu machen. Sie hoffen, mit viel Platz und billiger Energie große Cloud-Anbieter anzulocken. Der am 28. Februar von den USA und Israel begonnene Krieg bringt jedoch Unsicherheiten mit sich, darunter Angriffe auf Rechenzentren wie die der Amazon-Cloudsparte AWS in Bahrain und den Emiraten. Microsoft arbeite nun daran, die Golfstaaten bei der Krisenvorbereitung und dem Schutz kritischer Daten zu unterstützen, sagte Smith. Eine genaue Aufschlüsselung der geplanten Investitionen nach Ländern oder Projekten lehnte er mit Verweis auf Sicherheitsgründen ab.
Neben den Rechenzentren will Microsoft bis 2030 mehr als 400 Millionen Dollar in Untersee- und Landkabel im Nahen Osten investieren. Zudem baut der Konzern seine Partnerschaften mit nationalen KI-Unternehmen aus. Dazu gehört die Firma G42 aus Abu Dhabi, an der sich Microsoft 2024 für 1,5 Milliarden Dollar beteiligt hatte und wo Smith im Verwaltungsrat sitzt. Auch mit Humain aus Saudi-Arabien und Qai aus Katar arbeite man in ausgewählten Schwerpunktbereichen zusammen, so Smith. Kapitalbeteiligungen an beiden Firmen seien aber nicht geplant.