dju registriert mehr ÜbergriffeJournalisten werden vermehrt bei AfD-Veranstaltungen in Sachsen-Anhalt attackiert

Einschüchterung, Schikane und körperliche Gewalt: Die Journalistengewerkschaft dju hat einen deutlichen Anstieg von Übergriffen gegen Medienschaffende auf AfD-Veranstaltungen in Sachsen-Anhalt registriert.
Seit Mai seien mehr als 30 Vorfälle dokumentiert worden, bei denen mindestens 43 Journalistinnen und Journalisten, TV-Teams und politische Influencer betroffen gewesen seien, teilte die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) innerhalb der Gewerkschaft Verdi am Donnerstag mit. 25 dieser Vorfälle hätten sich allein in den vergangenen drei Wochen ereignet.
Das Spektrum reiche von verbaler Diffamierung und gezielter Arbeitsbehinderung über Nachstellungen bis hin zu körperlichen An- und Übergriffen, heißt es in der von der dju erstellten Auswertung. Medienschaffende seien bei ihrer Arbeit "stellenweise massiv behindert, bedrängt, diffamiert und in fünf Fällen sogar körperlich angegriffen" worden.
"Das bereitet uns ernstzunehmende Sorgen", erklärte Lucas Munzke, stellvertretender Verdi-Landesbezirksfachbereichsleiter in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Zum Vergleich: In der Statistik von Reporter ohne Grenzen kamen im gesamten Jahr 2025 in Sachsen-Anhalt insgesamt fünf Fälle von Übergriffen gegen Medienschaffende zusammen.
In einem "wesentlichen Teil" der aktuellen Vorfälle gehe die Eskalation von "rechten bis rechtsextremen Streamern und Medienaktivisten" aus, die das Umfeld der AfD-Veranstaltungen dominieren, erklärte die Gewerkschaft. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter anderem der Schweizer Sender RTS und SRF, der kanadischen CBC News, ProSieben, rbb, WDR und MDR seien bei laufenden Interviews bedrängt, an Aufnahmen gehindert und im Netz diffamiert worden.