Klare PrognoseWTO: Warenhandel dürfte sich 2026 deutlich verlangsamen

Der Welthandel wird sich nach einer Prognose der WTO in diesem Jahr deutlich verlangsamen. Das Wachstum des Warenhandels dürfte von 4,6 Prozent im Jahr 2025 auf 1,9 Prozent zurückgehen, wie aus einem Bericht der Welthandelsorganisation hervorgeht.
Sollte der Nahost-Krieg die Energiepreise weiter in die Höhe treiben und globale Transportwege stören, könnte sich das Plus weiter abschwächen, sagte WTO-Chefin Ngozi Okonjo-Iweala.
Seit Ende Februar greifen die USA und Israel den Iran an. Dieser hat wiederum mehrere Staaten am Persischen Golf attackiert, von denen aus die USA agieren. Auch Energieanlagen wurden angegriffen. Der Benzinpreis ist in zahlreichen Ländern deutlich gestiegen. Das könnte die Inflation in den nächsten Monaten nach oben treiben.
Sollten die Preise für Rohöl und Flüssiggas wegen des Konflikts im gesamten Jahr 2026 hoch bleiben, könnte sich das Wachstum des globalen Warenhandels auf 1,4 Prozent verlangsamen, so die WTO. Eine längere Blockade der Straße von Hormus - einer strategisch wichtigen Meerenge zwischen dem Iran und Oman - würde ein Drittel der Harnstoff-Importe für Düngemittel unterbrechen, was die Ernährungssicherheit gefährden und große Produzenten wie Indien, Thailand und Brasilien treffen würde. Auch dem Dienstleistungssektor droht dem Bericht zufolge ein Rückgang des Wachstums von prognostizierten 4,8 Prozent auf 4,1 Prozent.
Ein sprunghafter Anstieg der Nachfrage nach KI-bezogenen Gütern wie Halbleitern sowie vorgezogene Käufe zur Vermeidung von US-Zöllen hatten 2025 für das starke Plus von fast fünf Prozent gesorgt. Der Handel mit KI-fördernden Gütern machte dabei 42 Prozent des globalen Wachstums aus. Die Weltwirtschaft dürfte laut WTO 2026 um 2,8 Prozent zulegen.