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Nach Flutkatastrophe im HimalayaKlimawandel verstärkt Risiko für Katastrophen im Hochgebirge

27.08.2026, 11:36 Uhr
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(Foto: REUTERS)

Nach der verheerenden Flutkatastrophe im Himalaya mit 165 Toten und fast 1500 Vermissten sehen Wissenschaftler den Klimawandel als einen entscheidenden Treiber für derartige Ereignisse.

Die Erderwärmung schaffe Bedingungen, die Fels und Eis im Hochgebirge destabilisierten, erklärte Simon Cox vom Forschungsinstitut Earth Sciences New Zealand. Dies mache Zusammenbrüche und kaskadenartige Gefahren, wie sie am Mittwoch an der Grenze zwischen Nepal und der chinesischen Region Tibet auftraten, häufiger. Bei dem Unglück waren Schlamm- und Geröllmassen in einen Fluss gestürzt und hatten Täler und Dörfer überschwemmt. Unter den Vermissten sind den Behördenangaben vom Donnerstag zufolge mindestens 800 Ausländer.

Die genaue Ursache der Katastrophe wird noch untersucht. Experten gehen jedoch davon aus, dass eine gewaltige Eis- und Gesteinslawine an den Nordhängen des nepalesischen Berges Langtang Lirung, die in den Fluss Lhende Khola stürzte, der Auslöser war. In der Folge wurden mindestens sechs Wasserkraftwerke sowie die Infrastruktur am Handelsknotenpunkt Gyirong beschädigt und Flussläufe noch in über 100 Kilometern Entfernung verändert. Benjamin Horton von der City University of Hong Kong sprach von einem klassischen Beispiel für das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Dabei wirke ein Erdbeben mit klimabedingten Veränderungen wie Gletscherschwund und auftauendem Permafrostboden zusammen, was zu einer weitaus verheerenderen Katastrophe führe als ein einzelner Auslöser.

Zwar sei der Klimawandel nicht der alleinige Grund, erklärten die Forscher. Steigende Temperaturen verringerten jedoch den Halt des Eises an steilen Hängen, erhöhten die Menge an Schmelzwasser und veränderten die Frost- und Tauzyklen. Der langfristige Trend ist den Vereinten Nationen zufolge dramatisch: Demnach haben Nepals Berge in gut 30 Jahren knapp ein Drittel ihrer Eisdecke verloren. Im vergangenen Jahrzehnt seien die Gletscher 65 Prozent schneller geschmolzen als in der Dekade davor. Bereits in den vergangenen Jahren hatten ähnliche, wenn auch kleinere Flutwellen die Region erschüttert, darunter 2025 in Gyirong sowie 2024 und 2023 in Nepal und Indien. 

Quelle: ntv.de, rts

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