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Bewerber für ParteispitzeLinken-Politiker Pantisano will Fokus auf Sorgen von Arbeitnehmern legen

16.06.2026, 11:26 Uhr
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(Foto: Michael Kappeler/dpa)

Der Bewerber für den Parteivorsitz der Linken, Luigi Pantisano, will die Sorgen und Nöte arbeitender Menschen stärker aufgreifen.

"Es gibt eine immense Wut bei denjenigen, die den Laden am Laufen halten, also Arbeiterinnen und Arbeitern", sagte Pantisano der Nachrichtenagentur AFP. Diese müssten sich von Kanzler Friedrich Merz anhören, dass sie nur so täten, als seien sie krank, aber eigentlich arbeiten könnten, dass sie 13 statt acht Stunden täglich arbeiten und später in Rente gehen sollten.

"Und das macht sie wütend", betonte der Bundestagsabgeordnete im Gespräch mit AFP vor dem Linken-Parteitag, der am Freitag in Potsdam beginnt. Es führe zudem dazu, dass sich Arbeiterinnen und Arbeiter herabgewürdigt fühlen von der Politik und den Bezug zu den demokratischen Parteien verlieren. "Ihre Wut bringen sie zum Ausdruck, indem sie die AfD wählen, weil die es schafft, diese Wut aufzugreifen. Dabei hat die AfD keinen Plan, wie der Wohlstand gesichert werden kann."

Hier müsse die Linke ansetzen und den Menschen zuhören, forderte Pantisano. "Wir müssen an die Werkstore gehen und dort ins Gespräch kommen." Als weitere Maßnahme nannte der Linken-Politiker eine Hotline, die er Ende April einrichtete, bei der sich Beschäftigte mit ihren Anliegen melden können. "Wir müssen hinter den Arbeiterinnen und Arbeitern stehen, wenn Konzernbosse mit Tarifkürzungen und Werksschließungen drohen", betonte er.

Eine weitere Aufgabe für seine Partei sieht Pantisano darin, die Widersprüche der AfD aufzuzeigen. Diese rede davon, eine Arbeiterpartei sein zu wollen, vertrete aber im Bundestag genau gegenteilige Positionen. "Sie ist eine neoliberale Partei durch und durch. Das heißt: Sie ist gegen den Mindestlohn, gegen Mitbestimmung der Beschäftigten, gegen Arbeitssicherheit."

Erwartungsvoll blickt der Linken-Politiker auf die Berliner Abgeordnetenhauswahl im September. Von einem Sieg von Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp und einer Koalition unter ihrer Führung könne "ein bundesweites Zeichen" und echte Veränderung ausgehen. Mit Blick auf den Bund stellte Pantisano jedoch klar, dass eine Regierungsbeteiligung nicht Hauptziel sei: "Wir wollen verändern und nicht regieren", sagte er AFP.

Quelle: ntv.de, AFP

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