Nach schwachem HalbjahrLuftverkehrsbranche fordert weitere Entlastungen vom Staat

Die abgesenkte Luftverkehrsteuer reicht der Branche nicht.
Angesichts schwacher Halbjahreszahlen fordert der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) weitere Entlastungen bei den staatlichen Standortkosten für Steuer, Flugsicherung und Passagierkontrollen, um im europäischen Vergleich wettbewerbsfähiger zu werden.
Der staatlich veranlasste Kostenblock sei im vergangenen Jahr um 1,1 Milliarden Euro auf 4,3 Milliarden Euro angewachsen - rund das Doppelte des Werts aus dem Vor-Corona-Jahr 2019. 2026 entfielen zwar wegen der abgesenkten Steuer rund 300 Millionen Euro, aber das reiche nicht aus. Um wieder wettbewerbsfähig zu werden, brauche der Standort eine Halbierung dieser Belastungen in Höhe von zwei Milliarden Euro, erklärt BDL-Präsident Lars Redeligx. Das entspreche einer Reduzierung von 15 Euro pro Passagier.
In der ersten Jahreshälfte 2026 sei die ohnehin langsame Erholung des Luftverkehrs in Deutschland auch wegen des Iran-Kriegs eingebrochen. 97,7 Millionen Passagiere an den deutschen Flughäfen bedeuteten ein Minus von 0,8 Prozent, berichtet der Verband. Das sei der erste Rückgang seit dem Ende der Corona-Pandemie.
Im Gegensatz zu den meisten europäischen Ländern bleibe das Angebot in Deutschland mit 85 Prozent weiterhin deutlich unter dem Niveau vor der Coronakrise. Im übrigen Europa würden inzwischen 111 Prozent des früheren Angebots geflogen.
Die hohen Kosten führen dem Verband zufolge zu deutlich weniger Flügen und Verbindungen von deutschen Flughäfen. Seit 2019 seien rund 450 Verbindungen ganz gestrichen worden. Gleichzeitig wurden Frequenzen zu 567 weiteren Zielen ausgedünnt.
Für das zweite Halbjahr bieten die Airlines aus Deutschland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr Plätze zu Überseezielen und nach Europa an. Innerdeutsch soll das Angebot hingegen weiter schrumpfen.