BSI-StudieNur jede zehnte Firma ist gegen KI-Cyberangriffe gewappnet

Nur wenige Unternehmen in Deutschland sind einer Studie zufolge ausreichend auf Cyberangriffe mit Künstlicher Intelligenz (KI) vorbereitet.
Lediglich etwa jede zehnte Firma hat Schutzmaßnahmen etabliert, obwohl bereits jede sechste in den vergangenen zwölf Monaten einen Vorfall oder Betrugsversuch registriert hat, wie am heutigen Mittwoch aus einer Untersuchung des TÜV-Verbands und des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hervorgeht, für die über 500 größere Unternehmen befragt wurden.
Die häufigste Angriffsform sind demnach mit 90 Prozent der Fälle täuschend echte Phishing-Mails, wobei versucht wird, an Passwörter, Bankdaten oder andere Daten heranzukommen. Zudem nannten 40 Prozent automatisierte Angriffsskripte und elf Prozent Deepfakes, also gefälschte Audio- oder Videoaufnahmen. Dennoch sind die meisten Firmen laut Studie unzureichend vorbereitet. Nur elf Prozent der Betriebe, die KI nutzen oder dies planen, verfügen über spezielle Abläufe für den Umgang mit KI-bezogenen Sicherheitsvorfällen.
Der Präsident des TÜV-Verbands, Dirk Stenkamp, warnte, die registrierten Vorfälle könnten nur die "Spitze des Eisbergs" sein. Zugleich werde in der Cyberabwehr das Potenzial von Künstlicher Intelligenz noch längst nicht ausgeschöpft. "Das schafft eine offene Flanke, denn während Angreifer mit KI schneller und zielgerichteter werden, muss auch die Cyberabwehr technologisch nachziehen", sagte Stenkamp. Unabhängige Prüfungen könnten zudem eine Vertrauenslücke bei der Sicherheit von KI-Anwendungen schließen.
BSI-Vizepräsident Thomas Caspers betonte, dass es Risiken auch für Firmen ohne eigenen KI-Einsatz gebe. "Es ist dabei wichtig, zu verstehen, dass auch Unternehmen, die selbst keine KI einsetzen, durch KI-gestützte Cyberangriffe gefährdet sind", sagte Caspers. Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema lohne sich daher für alle Betriebe. Zudem sollten Unternehmen KI als entscheidende Maßnahme für ihre eigene Cybersicherheit in Betracht ziehen. "Wer KI einsetzt, muss aber auch wissen, wo ihre Schutzmechanismen versagen - dazu gehören gezielte Tests und die Überwachung im laufenden Betrieb."
Rund 49 Prozent der Firmen setzen demnach KI ein, weitere neun Prozent planen dies innerhalb der nächsten zwölf Monate. Etwa 42 Prozent nutzen keine KI und planen dies auch nicht.