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Werk wird erweitertRheinmetall baut größte Pulverfabrik Europas in Bayern

22.07.2026, 15:45 Uhr
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Der Rüstungskonzern Rheinmetall baut sein bestehendes Werk im bayerischen Aschau am Inn zur größten Pulverfabrik in Europa aus.

"Die Nato ist nicht kampffähig ohne diesen Standort hier in Aschau", sagte Vorstandschef Armin Papperger am Dienstag bei der Grundsteinlegung für die Werks-Erweiterung. Statt 1700 Tonnen Treibladungspulver für die Artillerie sollen dort künftig bis zu 4200 Tonnen pro Jahr produziert werden, statt 300.000 Treibladungsmodule, mit denen Granaten aus den Rohren geschossen werden, sind es künftig eine Million: Papperger bezifferte die Investition in den Standort auf rund 500 Millionen Euro. Das neue Werk der Rheinmetall-Tochter Nitrochemie werde in 12 bis 13 Monaten die Produktion aufnehmen.

Allein in Aschau werde Rheinmetall künftig 700 Millionen Euro Umsatz im Jahr erwirtschaften, drei- bis viermal so viel wie bisher. Die Belegschaft in Aschau soll von zurzeit 850 auf mehr als 1400 wachsen, obwohl die Produktion mit dem Ausbau weitgehend automatisiert wird. "Hier entsteht das größte und modernste Pulverwerk in Europa", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei der Grundsteinlegung. "Damit wird gewährleistet, dass Deutschland und die Nato genügend Pulver haben." Die Treibladungen aus Aschau kommen auch in der Ukraine zum Einsatz. Die erweiterte Produktion verschaffe der Nato mehr Glaubwürdigkeit, sagte Papperger. Rheinmetall stellt Pulver abgesehen von Aschau auch in Spanien und in Südafrika her.

In einem großen Waldstück bei Aschau, 70 Kilometer östlich von München, werden seit mehr als 80 Jahren Sprengladungen und die Rohstoffe dafür produziert - für die Rüstung, aber von der ZF-Tochter ZF Lifetec auch für zivile Anwendungen wie Auto-Airbags. Rheinmetall war 1994 in die damalige WNC Nitrochemie eingestiegen, die seit 1998 ein Gemeinschaftsunternehmen mit der staatlichen schweizerischen RUAG ist.

Quelle: ntv.de, rts

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