Ausfall von Atomreaktor wegen niedriger WasserständeRumänien ruft wegen Rückgang der Stromproduktion den Notstand aus

Wegen eines massiven Rückgangs der Stromproduktion infolge niedriger Wasserstände der Donau hat Rumänien für den gesamten August den landesweiten Notstand ausgerufen.
Wegen eines massiven Rückgangs der Stromproduktion infolge niedriger Wasserstände der Donau hat Rumänien für den gesamten August den landesweiten Notstand ausgerufen. Ein Reaktor des Atomkraftwerks Cernavoda sei bereits abgeschaltet worden, teilte Ministerpräsident Ilie Bolojan am Freitag mit. Die Regierung habe Gelder bewilligt, um Wasser aus einem Kanal umzuleiten und so sicherzustellen, dass der zweite Reaktor am Netz bleiben könne. Zudem führe das Land Gespräche mit der Ukraine, Griechenland und Bulgarien, um in den abendlichen Spitzenzeiten Strom zu importieren.
Das staatliche Energieunternehmen Nuclearelectrica betreibt in Cernavoda zwei Reaktoren mit einer Leistung von jeweils 706 Megawatt, die normalerweise etwa ein Fünftel des rumänischen Strombedarfs decken. Nachdem der erste Meiler bereits zu Wochenbeginn vom Netz genommen werden musste, sollte am Donnerstag eigentlich auch der zweite Reaktor folgen. Die Bedingungen in der Nacht hätten es jedoch zugelassen, den Betrieb vorerst aufrechtzuerhalten, teilte der Konzern mit.
Der Pegel der Donau war zuletzt drastisch gesunken: An der rumänischen Grenze flossen am Dienstag der Wasserbehörde zufolge nur noch 1650 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, während der Juli-Durchschnitt bei 4750 Kubikmetern liegt. Bis zum 4. August wird ein weiterer Rückgang auf 1500 Kubikmeter erwartet, ein Wert, der sich dem historischen Tiefststand von 1400 Kubikmetern aus dem Jahr 1985 nähert. Erschwerend kommt hinzu, dass eine Hitzewelle den Strombedarf für Klimaanlagen in die Höhe treibt. Der Spitzenverbrauch lag in dieser Woche bei 7,3 Gigawatt, während die heimische Produktion auf 4,3 Gigawatt gesunken war.