"Warnungen sehr ernst zu nehmen"Russland kritisiert Finnlands Beteiligung an französischer Nuklear-Initiative

Russland hat die Beteiligung Finnlands an einer von Frankreich vorgeschlagenen "erweiterten" nuklearen Abschreckung kritisiert.
"Wir halten die französische Initiative - um es sehr vorsichtig und diplomatisch auszudrücken - für unüberlegt. Natürlich stellt sie ein Risiko für uns dar", sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Dienstag. Die Stationierung französischer Atomwaffen in der Nähe Russlands würde es dem russischen Militär im Kriegsfall allerdings "leichter" machen, die entsprechenden Stützpunkte anzugreifen, führte Sacharowa, die für ihre scharfe Rhetorik gegenüber dem Westen bekannt ist, weiter aus. Sie empfahl europäischen Ländern, "unsere Warnungen sehr ernst zu nehmen".
Frankreich hatte im März eine engere Zusammenarbeit bei der nuklearen Abschreckung mit Deutschland, Großbritannien, Polen, Schweden, den Niederlanden, Belgien, Griechenland und Dänemark angekündigt. Im Mai stieß Norwegen hinzu. Finnland und Frankreich hatten am Montag die Einrichtung einer Lenkungsgruppe angekündigt, "um mit der Umsetzung der Zusammenarbeit zu beginnen". Parallel dazu gab auch Estland bekannt, mit Frankreich über eine Beteiligung an der Initiative zu sprechen.
Die französische Initiative sieht bisher vor allem gemeinsame Übungen vor. Die Frage, ob und wie Frankreich künftig Atomwaffen in den Partnerländern stationieren will, ist bisher offen. Die Entscheidungshoheit über die Atomwaffen soll zudem ausschließlich in der Hand des französischen Präsidenten bleiben.
Finnland, das eine 1300 Kilometer lange gemeinsame Grenze mit Russland hat, war nach Jahrzehnten der Bündnisfreiheit 2023 der Nato beigetreten. Hintergrund war die russische Invasion in der Ukraine.