"Lage weiter beobachten"Russland will teilweise Aufhebung von Diesel-Exportverbot prüfen

Russland will eine teilweise Aufhebung seines Exportverbots für Diesel prüfen, sollte es zu einer Überproduktion kommen.
Der heimische Dieselmarkt sei derzeit ausgeglichen und die Versorgung ausreichend, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Alexander Nowak im russischen Parlament. "Obwohl wir das Exportverbot für Diesel erst vor wenigen Tagen bis in den Oktober hinein verlängert haben, werden wir die Lage weiter beobachten", sagte er. "Bei einer die Inlandsnachfrage übersteigenden Dieselproduktion werden wir eine teilweise Wiederaufnahme der Exporte prüfen." Russland hatte erst diese Woche die Ausfuhrsperre für Diesel bis Ende Oktober verlängert und damit die Anspannung auf dem globalen Energiemarkt erhöht.
Vor der Begrenzung der Exporte im Sommer war Russland der zweitgrößte Diesellieferant der Welt nach den USA. Die Regierung in Moskau will mit dem Verbot die Versorgung des heimischen Marktes sicherstellen, die durch ukrainische Angriffe auf Raffinerien beeinträchtigt worden war. Die weltweiten Engpässe haben die Preise in die Höhe getrieben, insbesondere in den USA. Dort erreichten die Dieselpreise Rekordwerte von mehr als 6,50 Dollar pro Gallone.
Der russische Präsident Wladimir Putin hatte jedoch am Donnerstag erklärt, Russland werde seinen Diesel erst dann wieder auf die Weltmärkte liefern, wenn die Sanktionen gegen sein Land aufgehoben seien. Nowak bezeichnete die Lage angesichts der ukrainischen Drohnenangriffe auf die russische Energieinfrastruktur als "angespannt". In der Nacht seien Angriffe auf vier Raffinerien abgewehrt worden.