Kretschmer fordert längere ArbeitszeitSachsens Ministerpräsident will 35-Stunden-Woche abschaffen

Angesichts der Probleme bei Volkswagen hat Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer die Abschaffung der 35-Stunden-Woche empfohlen.
Mit einer 40-Stunden-Woche bei gleichem Lohn "hätten wir die Produktivität, die wir brauchen", sagte er am Donnerstag im Sender MDR. "Das sind Fragen, die man nun in aller Ruhe, ohne Schaum vor dem Mund, auch mit den Gewerkschaften besprechen muss."
Zudem empfahl der CDU-Politiker, in Deutschland weiter auf größere Fahrzeuge zu setzen. "Wir werden in den mittleren und höheren Segmenten bleiben müssen, weil dort die Margen auch höher sind", sagte Kretschmer dem MDR. Kleine Fahrzeuge wie der ID Polo von Volkswagen könnten kaum günstig in Deutschland hergestellt werden. Im Moment wird der ID Polo in Spanien produziert.
Kretschmer zeigte sich überzeugt, dass es für das VW-Werk im sächsischen Zwickau auch nach 2030 eine Zukunft gibt. Es werde über die Herstellung von neuen Fahrzeugen gesprochen. "Volkswagen hat das Angebot gemacht, dass das effizienteste Werk in der VW-Gruppe dann diese Produktion bekommt", sagte der Ministerpräsident. Er sei sicher, "dass die Sachsen liefern und kreativ sind". Belastend für die deutsche Wirtschaft seien aber hohe Energiekosten, hohe Arbeitskosten und vor allem die Regulierung - "das kann so nicht funktionieren".
Volkswagen steckt wie auch andere deutsche Autobauer in der Krise. Die Verkäufe von Elektroautos nehmen zwar an Fahrt auf, die Gewinnmargen sind dort jedoch kleiner. Zugleich belasten die Zölle der US-Regierung und vor allem das wegbrechende Geschäft in China die Unternehmen.
VW-Chef Oliver Blume hat deshalb weitere Sparbemühungen angekündigt und weitere 50.000 Stellenstreichungen in den Raum gestellt, die Hälfte davon in Deutschland. In dieser Woche finden in den Werken des Konzerns Betriebsversammlungen statt, bei denen der Konzernvorstand sich den Fragen der Beschäftigten stellt. Am Mittwochnachmittag sprach er vor der Belegschaft in Zwickau.