Tankstellenverband warnt vor PreisexplosionSpritpreise von drei Euro pro Liter bald möglich

Spritpreise von drei Euro sind nach Ansicht des Tankstellenverbandes in Deutschland bald möglich.
"Wir werden uns damit auseinandersetzen müssen, dass wir Spritpreise um drei Euro bekommen", sagte Herbert Rabl vom Tankstellen-Interessenverband (TIV) der "Rheinischen Post" (Dienstagausgabe). "Und wir haben sie an den Autobahnen ja schon." Der Experte kritisierte das Vorgehen der Mineralölkonzerne. "Es wird abkassiert. Und auch die Tankstellenbetreiber leiden unter den hohen Preisen."
Zwar seien die Blockade der Straße von Hormus und der Konflikt mit den Huthis um die Meerenge Bab al-Mandab ein Problem. Der Anteil des Öls hierzulande aus der Golfregion sei jedoch vergleichsweise gering. "Da in den USA die Spritpreise gerade niedrig gehalten werden, müssen die Konzerne woanders das Geld verdienen", erklärte Rabl. "Und das ist bei uns, das ist in Europa."
Zugleich betonte Rabl: "Etwa die Hälfte dessen, was wir bezahlen an der Tankstelle, geht in den Steuersack." Eine spürbare Reduzierung der Preise lasse sich durch eine Mehrwertsteuerabsenkung erreichen. "In der Schweiz gibt es bereits ein Einsehen, dort ist nämlich die Besteuerung nur sieben Prozent - und damit werden Sprit und Mobilität wie Essen, Trinken, Brot, Butter besteuert."
Die diplomatischen Bemühungen zur Lösung der Krise im Nahen Osten haben derweil einen Rückschlag erlitten. Ein geplantes Treffen zwischen dem Iran und den Golfstaaten wurde verschoben, während Angriffe auf die wichtigsten Öltransportrouten der Region die Sorgen über Engpässe bei der weltweiten Energieversorgung verstärkten. Die Rohölpreise stiegen am Montag um mehr als zwei Prozent auf bis zu 107 Dollar je Fass (159 Liter). Am Wochenende hatten Angriffe der jemenitischen Huthi-Rebellen auf Saudi-Arabien zur Schließung einer wichtigen, 1200 Kilometer langen Ost-West-Pipeline geführt. Zudem schürten iranische Angriffe auf Schiffe im Golf die Verunsicherung der Anleger.