Bundespräsident in FrankreichSteinmeier und Macron besuchen gemeinsam Raumfahrt- und Rüstungsunternehmen

Am zweiten Tag seines Staatsbesuchs in Frankreich hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Themen Raumfahrt und Verteidigung in der Mittelpunkt gestellt.
Gemeinsam mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron besuchte er am Freitag das deutsch-französische Unternehmen The Exploration Company in Le Haillan bei Bordeaux. Dort wird derzeit eine mehrfach einsetzbare Raumkapsel entwickelt, die zunächst Fracht und langfristig auch Astronauten ins All bringen soll. "November 2028 ist unser nächstes großes Datum", sagte die Unternehmenschefin Hélène Huby, die das Unternehmen 2021 gegründet hatte, um nach eigenen Worten Europa einen Platz am Tisch der Raumfahrtnationen zu sichern. Zu diesem Termin soll die Raumkapsel Nyx an der Internationalen Raumstation ISS andocken.
The Exploration Company hatte kürzlich 450 Millionen Dollar bei Investoren eingeworben und einen Vertrag in Höhe von 760 Millionen Euro mit der Europäischen Raumfahrtagentur ESA unterzeichnet. Demnach soll die Raumkapsel Nyx an Bord einer Ariane-6-Rakete ins All befördert werden. Nyx soll mit mehreren Trägerraketen kompatibel sein.
Parallel dazu entwickelt The Exploration Company auch eine eigene Trägerrakete. Das Unternehmen hat bereits zwei kleinere Raumkapseln getestet: Die 40 Kilogramm schwere "Bikini" wurde 2024 auf dem Jungfernflug der Ariane 6 ins All gebracht. Mit ihr sollte insbesondere die kontrollierte Rückkehr aus dem Orbit versucht werden, aber die Kapsel verblieb wegen technischer Probleme der Ariane im All und wurde zu Weltraumschrott.
Eine zweite Kapsel namens "Mission possible" erreichte 2025 mit einer Falcon 9-Rakete den Orbit. Auch der kontrollierte Wiedereintritt in die Atmosphäre gelang. Doch dann gab es ein Problem mit dem Fallschirm, und die Kapsel ging im Pazifik verloren. "Selbst ein Teilerfolg liefert Daten, die Risiken künftiger Flüge verringern", betonte Huby anschließend.
Macron und Steinmeier besuchen anschließend noch eine Filiale der ArianeGroup, die unter anderem die Trägerrakete Ariane 6 und die Interkontinentalrakete M51 baut. Macron hatte am Dienstag erst von einer Fregatte der französischen Marine aus einem Teststart der M51 beigewohnt, die von einem U-Boot aus abgeschossen wurde und dies als "Demonstration unserer Glaubwürdigkeit" bezeichnet.
Zum Abschluss steht ein Besuch des Forschungszentrums Laser Mégajoule an, wo die physikalischen Bedingungen von Atomwaffentests simuliert werden können. Dieses biete "einen Einblick in das technologische Herz der französischen nuklearen Abschreckung", hatte Steinmeier zuvor gesagt.