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Kurden in SyrienTürkischer Außenminister droht kurdischen Kämpfern in Syrien mit "Vernichtung"

06.01.2025, 18:02 Uhr
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Die Kurden rechnen mit einem Angriff der türkischen Armee und ihrer syrischen Verbündeten auf die Grenzstadt Kobane. (Foto: Baderkhan Ahmad/AP/dpa)

Die Türkei hat den kurdischen Kämpfern im Nordosten Syriens mit Vernichtung gedroht. Die "Bedingungen" in Syrien hätten sich verändert, sagte der türkische Außenminister Hakan Fidan vor Journalisten unter Verweis auf die Machtübernahme der islamistischen HTS-Miliz in dem Nachbarland. "Wir glauben, es ist nur eine Frage der Zeit, bevor PKK/YPG vernichtet wird."

Den Westen warnte Fidan zudem vor jeglicher Unterstützung der kurdischen Kämpfer in Syrien. "Wenn Sie andere Ziele in der Region haben, wenn Sie eine andere Politik betreiben wollen, indem Sie Daesch als Vorwand benutzen, um die PKK zu ermutigen, dann gibt es auch dafür keinen Weg", sagte Fidan unter Verwendung der in arabischsprachigen Ländern verbreiteten Bezeichnung für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Der türkische Außenminister äußerte sich nach Gesprächen mit seinem jordanischen Kollegen Ajman Safadi. Bei dem Treffen ging es unter anderem um die Bedrohung durch den IS in Syrien nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad durch islamistisch angeführte Milizen.

Die kurdischen YPG-Einheiten in Nordost-Syrien spielten 2019 beim Sieg über den IS eine entscheidende Rolle. Bei ihrem anhaltenden Kampf gegen die Dschihadistenmiliz werden die kurdischen Kämpfer von den USA unterstützt - was der Türkei jedoch schon lange ein Dorn im Auge ist.

Die Türkei betrachtet die zu den Demokratischen Kräften Syriens (SDF) gehörenden YPG-Einheiten als Ableger der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), die von Ankara wie von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird. Die PKK kämpft in der Türkei seit Jahrzehnten gewaltsam gegen die türkische Armee und für die Rechte der Kurden.

Die SDF kontrollieren große Teile des Nordosten Syriens und Teile der östlichen Provinz Deir Essor, wo die Kurden nach dem Rückzug der Regierungskräfte zu Beginn des Bürgerkriegs 2011 eine autonome Verwaltung eingerichtet haben.

Ankara steht in engem Kontakt mit den neuen islamistischen Machthabern in Damaskus. Seit deren Sieg über Assad halten die Spannungen im Norden Syriens an, da die Türkei trotz internationaler Kritik ihre Einsätze dort fortsetzt. Aus der Sicht Washingtons ist die SDF jedoch entscheidend, um ein Wiedererstarken des IS zu verhindern.

Der zuvor unter seinem Kampfnamen Mohammed al-Dscholani bekannt gewordene De-facto-Herrscher in Syrien, HTS-Chef Ahmed al-Scharaa, fordert die Eingliederung der SDF in die künftige syrische Armee. Unter der Führung seiner HTS-Miliz war am 8. Dezember die Herrschaft Assads beendet worden.

Quelle: ntv.de, AFP

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