Nach Starlink-DrosselungUkraine wirft USA Unterstützung Russlands durch fehlende Warnungen vor

Nach neuen russischen Luftangriffen auf die Ukraine und einer offenbar fehlenden Warnung durch die westlichen Verbündeten hat ein ranghoher Vertreter der Kiewer Regierung den USA vorgeworfen, Russland im Krieg gegen sein Land zu unterstützen.
"Es war bereits zweimal so, dass uns die Amerikaner nicht über den Start russischer Raketen informiert haben, als unser Energeisektor attackiert wurde", sagte der Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP in Kiew am Mittwoch.
"Obendrein haben sie die Geschwindigkeit von Starlink gedrosselt", führte er weiter aus. Zuvor hatte bereits der Technologieberater des Verteidigungsministeriums, Serhij Beskrestnow, erklärt, dass der Betrieb des US-Satelliten-Kommunikationssystems Starlink in der Nacht stark eingeschränkt gewesen sei, was zum Scheitern ukrainischer Angriffe geführt habe.
Beskrestnow führte weiter aus, dass die Starlink-Drosselung der Ukraine "eine der wenigen Chancen" genommen habe, sich gegen neuartige Drohnen vom Typ Schahed aus Russland zu wehren. Diese sind schwieriger abzufangen als herkömmliche Modelle. Ein weiterer ukrainischer Regierungsvertreter sagte AFP, die Starlink-Störung schränke die Logistik erheblich ein. Die Drosselung helfe Russland.
Die Ukraine ist in ihrem Abwehrkampf gegen Russland in hohem Maße auf westliche Geheimdienstinformationen angewiesen, insbesondere aus den USA. Dabei geht es um Warnungen vor russischen Raketen sowie die Identifizierung eigener Angriffsziele.
Das vom US-Milliardär Elon Musk betriebene Starlink-System nutzt die ukrainische Armee für die Kommunikation an der Front. Musk hat seine Haltung gegenüber der Ukraine seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs mehrfach geändert.
US-Präsident Donald Trump hatte vergangene Woche einen Deal mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin zum Verkauf russischen Diesel-Kraftstoffs verkündet, der in Kiew auf Ablehnung stieß. Daraufhin forderte Trump eine Ablösung Selenskyjs und Neuwahlen in der Ukraine. Außerdem verlangt der US-Präsident ein Ende der ukrainischen Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur.
Ein US-Regierungsvertreter erklärte dazu am Mittwoch in Brüssel, Washington habe seine Haltung gegenüber der Regierung in Kiew "beim Austausch von Geheimdienstinformationen" nicht geändert. Der Kreml wiederum teilte mit, alle Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen, die auf eine mögliche Änderung der US-Politik gegenüber der Ukraine hindeuteten. Es sei aber noch zu früh, Schlüsse zu ziehen, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in Moskau.