Auswirkungen auch im EU-Ausland spürbarWeniger Atomstrom in Frankreich wegen Hitzewelle

Wegen der Hitzewelle in Frankreich hat der Betreiber EDF die Stromproduktion seiner Atomkraftwerke deutlich gedrosselt.
Wegen der Hitzewelle in Frankreich hat der Betreiber EDF die Stromproduktion seiner Atomkraftwerke deutlich gedrosselt. Das trieb die Großhandelspreise hoch. Aufgrund zu hoher Wassertemperaturen in den Flüssen musste der Konzern die Leistung am Mittwochmittag um 4,1 Gigawatt reduzieren. Dies entsprach sieben Prozent der gesamten Stromnachfrage. Wegen Umweltauflagen muss das Unternehmen die Produktion senken, sobald das Kühlwasser bestimmte Schwellenwerte erreicht, um Ökosysteme zu schützen. Betroffen waren die Reaktoren Saint-Alban 2, Bugey 3 und Nogent 2. Der Meiler Golfech 2 im Südwesten des Landes ging wegen der Hitze bereits am Montag vom Netz.
Die niedrigere Atomstromproduktion wirkte sich auch auf die Nachbarländer aus. Die französischen Stromexporte fielen Daten des Netzbetreibers RTE zufolge am Mittwochnachmittag auf etwa drei Gigawatt, nachdem sie in der Vorwoche noch bei zehn bis zwölf Gigawatt gelegen hatten. Daraufhin kletterten die Spotmarktpreise für Strom in Frankreich und Deutschland am Dienstag auf den höchsten Stand seit Mitte Januar 2025. Erschwerend komme hinzu, dass wegen der Hitze der Kühlbedarf steige, während gleichzeitig wenig Windstrom erzeugt werde, erklärte LSEG-Analystin Nathalie Gerl. Daher müssten vermehrt teurere Erdgaskraftwerke einspringen. Diese Woche sei jedoch ein Ausreißer, da der Strommarkt im Sommer ansonsten regelmäßig überversorgt gewesen sei