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Energiepolitik der BundesregierungWirtschaftsweise Grimm warnt vor dauerhafter Förderung neuer Gaskraftwerke

07.10.2026, 11:01 Uhr
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(Foto: picture alliance / SZ Photo)

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm warnt die Bundesregierung davor, die geplante staatliche Förderung neuer Gaskraftwerke zu einer dauerhaften Subvention des Strommarkts werden zu lassen.

Kurzfristig seien die geplanten Ausschreibungen für zusätzliche Kraftwerksleistung zwar notwendig, um die Stromversorgung abzusichern. Langfristig solle die Regierung aber stärker auf Marktmechanismen setzen, heißt es in einer am Mittwoch vorgestellten Studie der Technischen Universität Nürnberg (UTN).

"Wir müssen Versorgungssicherheit gewährleisten, dürfen dabei aber nicht vorschnell eine neue und dauerhaft kostspielige Förderarchitektur schaffen", erklärte Grimm, die auch Mitglied des von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) eingesetzten wissenschaftlichen Beraterkreises ist. Hintergrund ist der starke Ausbau von Wind- und Solarenergie. Da deren Produktion vom Wetter abhängt, werden auch künftig steuerbare Kraftwerke, Speicher oder andere flexible Anlagen benötigt, die einspringen, wenn Wind- und Sonnenstrom nicht ausreichen. Die Studie sieht hierfür Handlungsbedarf, da der heutige Strommarkt nicht genügend Anreize für entsprechende Investitionen schaffe.

Die Bundesregierung setzt zunächst auf staatliche Ausschreibungen. Insgesamt sollen so Kapazitäten mit rund elf Gigawatt gesicherter Leistung entstehen. Die Betreiber erhalten über Jahre Zahlungen dafür, dass ihre Anlagen zur Verfügung stehen. Die Kosten der aktuellen Regelung werden in der Studie bis 2045 auf 15,6 bis 35,2 Milliarden Euro geschätzt. Sie sollen über den Strompreis finanziert werden.

Nach bisherigen Plänen von Wirtschaftsministerin Reiche soll dieses Übergangsmodell ab 2032 in einen umfassenderen Kapazitätsmarkt münden. Dabei werden Betreiber nicht nur für tatsächlich gelieferten Strom bezahlt, sondern auch dafür, dass sie Leistung für Zeiten mit knappem Angebot bereithalten. Die Studie warnt davor, sich bereits jetzt auf ein solches System festzulegen. Der Staat müsse den Bedarf zentral ermitteln und Technologien bewerten. Das könne Mitnahmeeffekte, Fehlsteuerungen und langfristige Abhängigkeiten fördern.

Als Alternative schlagen die Autoren um Grimm sogenannte Absicherungspflichten vor. Stromversorger müssten dann ihren künftigen Bedarf schrittweise im Voraus absichern, etwa über Verträge mit Kraftwerken, Speichern oder anderen flexiblen Anbietern. "Wer Strom verkauft, muss sich rechtzeitig gegen Knappheit absichern", erklärte Grimm. Die Autoren räumen ein, dass es dafür keine Blaupause gebe. Sie empfehlen, die durch kurzfristige Ausschreibungen gewonnene Zeit zu nutzen, um so ein Modell zu entwickeln und schrittweise zu erproben.

Quelle: ntv.de, rts

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