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LNG aus den USAWirtschaftsweise Veronika Grimm warnt vor neuer Gasabhängigkeit

23.09.2026, 10:51 Uhr
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(Foto: Britta Pedersen/dpa)

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm warnt davor, dass Deutschland weiterhin stark von Gaslieferungen aus dem Ausland abhängig ist.

Die Lage habe sich zwar nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 grundlegend geändert. "Russische Pipeline-Importe wurden vor allem durch zusätzliche LNG-Importe, insbesondere aus den USA, sowie höhere Pipeline-Importe aus Norwegen ersetzt", heißt es in einem Gutachten der Technischen Universität Nürnberg, an der Grimm lehrt. "Damit haben sich Europas Abhängigkeiten verändert, sind aber nicht verschwunden."

Die Ökonomin empfiehlt, einen größeren Teil des zukünftigen Gasbedarfs langfristig abzusichern. Europa sollte insgesamt mehr auf langfristige, aber flexible Lieferverträge setzen. Nicht benötigte Mengen könnten zur Not weiterverkauft oder zur Herstellung klimafreundlicher Gase genutzt werden. So könnten Preis- und Versorgungsrisiken begrenzt sowie Investitionen in zusätzliche Förder- und Exportkapazitäten in Ländern mit Gasvorkommen befördert werden. Solche Verträge sollten aber nicht in einer Krise abgeschlossen werden, weil es dann zu teuer werde.

In der Studie heißt es zudem, die Bezugsquellen, Transportwege und auch die Vertragsstrukturen sollten breiter aufgestellt sein, um einzelne Abhängigkeiten zu verhindern. Es dürfe nicht darum gehen, den heutigen Bedarf langfristig abzusichern, sondern Vorsorge für unterschiedliche Entwicklungen zu treffen. Auch die Potenziale einer höheren Eigenproduktion in Europa sollten ergebnisoffen geprüft werden. Am Ende würden der effiziente Einsatz von Energie, die Elektrifizierung sowie der Ausbau erneuerbarer Energien darüber entscheiden, wie lange Gas noch benötigt werde.

Zuletzt kam es durch den Nahost-Krieg zu Einschränkungen bei Öl- und Gaslieferungen vom Persischen Golf. Deswegen sind weltweit die Preise deutlich gestiegen, was die Verbraucher in Deutschland unter anderem an den Tankstellen merken. Laut dem Gutachten wird die Gasnachfrage aber bis weit in die kommenden Jahrzehnte hoch bleiben. Der Schwerpunkt werde sich aber stärker nach Asien sowie in Schwellen- und Entwicklungsländer verschieben. Die EU will bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden.

Quelle: ntv.de, rts

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