Krieg und hohe Spritkosten belastenWizz Air senkt Ausblick und rutscht in die Verlustzone

Der Billigflieger Wizz Air hat wegen des Iran-Krieges und hoher Treibstoffkosten seine Aussichten für das laufende Quartal gesenkt und damit seine Aktie auf Talfahrt geschickt.
Die Erlöse pro angebotenem Sitzplatzkilometer dürften im zweiten Quartal im niedrigen einstelligen Prozentbereich sinken, teilte das Unternehmen mit Sitz in Ungarn am Donnerstag mit. Die Aktie gab daraufhin um über fünf Prozent nach. Im ersten Quartal rutschte Wizz Air zudem in die roten Zahlen und wies einen operativen Verlust von 183,3 Millionen Euro aus nach einem Gewinn von 27,5 Millionen vor Jahresfrist.
Die Ergebnisse verdeutlichen den Druck auf die europäischen Billigfluglinien, die steigende Treibstoffkosten verkraften müssen, während die Kunden weiterhin günstige Tickets erwarten. Die Entwicklung steht im Gegensatz zu etablierten Fluggesellschaften wie Lufthansa oder Air France-KLM. Diese profitieren von zahlungskräftigen Reisenden in den teureren Buchungsklassen sowie einer gestiegenen Nachfrage auf Routen nach Asien, die den Persischen Golf umfliegen.
"Wir sehen zwar weiterhin einen Anstieg der Vorausbuchungen, aber der Rest des Jahres wird voraussichtlich sowohl Herausforderungen für die Branche als auch strategische Chancen mit sich bringen", sagte Firmenchef Jozsef Varadi. Analysten hatten die Bilanz von Wizz Air als eine der anfälligsten in der Branche bezeichnet. Das Unternehmen betonte jedoch, über ausreichend Liquidität zu verfügen, um die Turbulenzen zu überstehen.