Linken-Ergebnis in BerlinZentralrat der Juden "zutiefst beunruhigt"

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hat sich zutiefst beunruhigt über den Wahlsieg der Linken in Berlin gezeigt.
"Dass eine Partei, auf deren Wahlkampfbühne offen der Tod von Menschen gefordert wurde, als Siegerin aus der Wahl hervorgeht, beunruhigt mich zutiefst", hieß es in einer am Sonntag verbreiteten Erklärung Schusters. Er warf der Linken vor, im Wahlkampf wiederholt mit antisemitischen Grenzüberschreitungen aufgefallen zu sein.
Auf einer Wahlkampfbühne sei zur Intifada und zum Tod israelischer Soldaten aufgerufen worden, während Zuschauer dazu gesungen und getanzt hätten. "Bis heute gab es keine personellen oder politischen Konsequenzen", kritisierte Schuster.
Er forderte SPD und Grüne auf, eine Regierungsbeteiligung der Linken im Berliner Rathaus nicht zu ermöglichen. "Vor der Wahl gezogene rote Linien nun leichtfertig zu überschreiten, wäre ein schwerer Fehler, mit dem der fortschreitenden Normalisierung des Judenhasses weiter Vorschub geleistet würde", erklärte Schuster.
Bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin lag die Linke laut Prognosen klar vor der CDU. Den Prognosen für ARD und ZDF zufolge kommt die Linkspartei bei dem Urnengang auf 24,5 bis 26,0 Prozent, während die Christdemokraten von Spitzenkandidat Stefan Evers 20,0 Prozent erreichen. Eralp strebt das Amt der Regierenden Bürgermeisterin an.