Wirtschaft

"Ein ruhiger Start" 9-Euro-Ticket hat bisher wenig Effekt auf Verkehr

Die Erwartungen an das 9-Euro-Ticket sind groß - zunächst scheint sich der Sonderfahrschein aber kaum auf den Verkehr auszuwirken. Weder sind die Züge überfüllt noch gibt es deutlich weniger Staus, berichten die Deutsche Bahn und Tomtom. Das könnte sich in den kommenden Tagen aber noch ändern.

Der Start des 9-Euro-Tickets hat die Auslastung des Nahverkehrs und den Verkehrsfluss auf den Straßen bisher kaum beeinflusst. Das berichten die Deutsche Bahn und der Verkehrsdatenexperte Tomtom. "Der Blick auf die Betriebslage zeigt, es war ein ruhiger Start", sagte ein Bahnsprecher in Berlin. "Die Züge waren nicht übermäßig stark belegt, aber heute ist eben auch ein ganz normaler Arbeitstag."

Auch eine Analyse von Tomtom deutet darauf hin, dass sich das 9-Euro-Ticket bisher kaum auf den Berufsverkehr auf den Straßen auswirkt. In zehn deutschen Großstädten und Regionen stellte das Unternehmen zwar insgesamt etwas weniger und kürzere Staus fest als am Vortag beziehungsweise am Mittwoch vor zwei Wochen. Der Verkehrsfluss insgesamt war allerdings je nach Stadt teilweise besser, teilweise schlechter.

Ralf-Peter Schäfer von Tomtom sprach von einem "Trend der leichten Entspannung". Insgesamt habe sich aber kein einheitliches Bild gezeigt. Im Vergleich zum Mittwoch vor zwei Wochen sei der Verkehr zwar "in allen betrachteten deutschen Städten und Regionen besser geflossen". Im Vergleich zum Dienstag gebe es dagegen eine Verschlechterung in Köln, Düsseldorf und München. In Berlin, Stuttgart, Leipzig sowie den Regionen Ruhrgebiet Ost und Ruhrgebiet West dagegen eine Verbesserung. In Frankfurt am Main zeige sich quasi keine Veränderung und in Hamburg habe einsetzender Regen für eine Verlangsamung des Verkehrs gesorgt.

Pfingsten wird "Herausforderung" für Verkehrsunternehmen

Insgesamt gebe es bei der Wahl des Verkehrsmittels viele verschiedene Faktoren, sagte Schäfer. Neben den Kosten seien das unter anderem auch Wetter, Fahrzeit und Erreichbarkeit der Verkehrsmittel. "Inwieweit auch so etwas wie Neugierde auf das 9-Euro-Ticket oder eine Erwartungshaltung hinsichtlich überfüllter Bahnen und Busse oder Probleme beim Tanken einen Einfluss auf den Autoverkehr in der Früh hatte, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht abschließend sagen."

So will auch die Deutsche Bahn beobachten, wie sich die Nachfrage über die kommenden Feiertage entwickeln wird. "Zu Pfingsten sind die Züge ohnehin gut gefüllt bei schönem Wetter", betonte der Bahnsprecher. "Das wird sicher eine Herausforderung sein für die Verkehrsunternehmen in Deutschland."

Seit dem heutigen Mittwoch können Fahrgäste mit dem 9-Euro-Ticket im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) durch ganz Deutschland fahren. Das Sonderticket ist für die Monate Juni, Juli und August erhältlich und soll zum einen Verbraucherinnen und Verbraucher angesichts steigender Preise finanziell entlasten. Zum anderen gilt das Ticket auch als ein Versuch, mehr Fahrgäste für den ÖPNV dauerhaft zu begeistern.

Quelle: ntv.de, mbu/dpa

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