Wirtschaft

14 Maschinen ausgemustert A380 der Lufthansa für immer am Boden

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Wird verschwinden - der A380 der Lufthansa.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Lufthansa spart sich eisern durch die Krise. Vor wenigen Tagen erklärt Konzernchef Spohr, dass der Rotstift erneut gezückt werden müsse. Nun soll sogar ein ganzer Flugzeugtyp ausgemustert werden.

Die Airbus-A380-Flotte von Lufthansa steht offenbar endgültig vor dem Aus. Eine entsprechende Entscheidung könnte Anfang kommender Woche im Aufsichtsrat getroffen werden, schreibt "Der Spiegel" unter Berufung auf Konzernkreise. Da wegen der Corona-Krise kaum noch Interkontinentalflüge angeboten werden, stehen die meisten Flugzeuge der Lufthansa-Flotte zurzeit am Boden. Der Konzern hatte angekündigt, im dritten Quartal über die mögliche Stilllegung von Flottenteilen zu entscheiden.

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Von den 14 Airbus A380 der Kernairline Lufthansa wurden im ersten Halbjahr bereits sechs Maschinen vorzeitig ausgeflottet, wie aus dem Zwischenbericht hervorgeht. Dass die verbleibenden acht A380 jemals wieder abheben werden, gelte im Konzern als sehr unwahrscheinlich, heißt es weiter. Zukünftig werde die Airline für ihre Langstrecken auf die neuere Boeing 747-8 sowie den treibstoffeffizienten, kleineren Airbus A350 setzen.

Deutschlands größte Airline ist von der Corona-Pandemie in ihrer Existenz bedroht. Der Staat musste mit Milliardenhilfen einspringen. Um über die Runden zu kommen, fährt das frühere Dax-Unternehmen einen rigorosen Sparkurs. Konkrete Entscheidungen zur Ausgestaltung der Flotte oder zu weiteren Stellenstreichungen gebe es nicht, sagte ein Sprecher später.

Bislang hat der Konzern angekündigt, weltweit 22.000 Stellen streichen zu wollen, was aufgrund der hohen Teilzeitquote etwa 26.000 Beschäftigten entspricht. Bereits bekannt ist, dass die zunächst geplante Verkleinerung der Flotte um 100 auf etwa 660 Maschinen möglicherweise nicht ausreicht. Auf der Kippe stehen insbesondere die vierstrahligen Übersee-Maschinen, die schwer auszulasten sind und zudem vergleichsweise viel Kerosin verbrauchen. Allein die neueren Boeing-Jumbos vom Typ 747-8 hätten im Konzern noch eine Zukunft, soll Spohr dem Portal aero.de zufolge gesagt haben.

Mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat der Konzern für Deutschland zwar betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Dies könnte aber bei einer weiterhin schwachen Entwicklung der Nachfrage schnell hinfällig werden. Mit den Gewerkschaften für die Piloten und das Bodenpersonal hat Lufthansa noch keine langfristigen Sanierungstarifverträge geschlossen.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa