Wirtschaft

Nach Kritik an Boni-Entscheidung Ackermann zweifelt an Schäubles "Anstand"

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Der Ex-Bankchef Josef Ackermann (l.) und der heutige Finanzminister Schäuble kennen sich seit langem.

(Foto: REUTERS)

Jahre nach seinem Ausscheiden bei der Deutschen Bank steht Josef Ackermann wieder im Zentrum einer Kontroverse. Die Bank erwägt, angesichts milliardenschwerer Altlasten Boni zurückzufordern. Schäuble hält Ackermanns Argumente für Ausreden.

Mit Empörung hat Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann auf Kritik aus Berlin an seiner Weigerung, auf Bonuszahlungen zu verzichten, reagiert. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte zuvor Ackermanns Erklärung kritisiert, er könne mit Rücksicht auf andere Manager nicht auf die Auszahlung der auf Eis gelegten Boni verzichten. Diese Argumentation sei eher etwas für die Fastnacht oder den Karneval, so Schäuble. Ohne Ackermanns Namen und die Deutsche Bank zu nennen, sagte der Minister: "Leider ist das kein Witz, sondern es ist zum ..."

Ackermann wiederum kritisierte Schäuble für diese Äußerungen scharf. "Herr Schäuble findet es offenbar gut, Kollegen oder ehemalige Kollegen öffentlich bloßzustellen. Ich habe ein anderes Verständnis von Anstand", teilte Ackermann mit. 

Der frühere Chef der Deutschen Bank hatte vergangene Woche erklärt, er wolle nicht freiwillig auf die von Deutschlands größtem Geldhaus einbehaltenen Bonuszahlungen verzichten. Er könnte sich zwar durchaus vorstellen, grundsätzlich von Ansprüchen abzusehen, wolle dies aber mit Rücksicht auf andere frühere Manager des Instituts nicht tun. "Das kann ich gar nicht", hatte Ackermann gesagt. 

Die Deutsche Bank hat auch wegen hoher Strafzahlungen und Milliarden-Rückstellungen in Folge von Rechtsstreitigkeiten aus früherer Zeit mit Problemen zu kämpfen.

Quelle: n-tv.de, mbo/dpa

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