Wirtschaft

Seit Tagen nicht funktionsfähig Air-Berlin-Bonusprogramm ist insolvent

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Kein Sammeln und Einlösen von Flugmeilen mehr möglich.

(Foto: dpa)

Schon seit der Insolvenz von Air Berlin können Kunden ihre gesammelten Flugmeilen nicht mehr gegen Gratisflüge einlösen. Nun stellt Topbonus, das zu 70 Prozent dem Großaktionär Etihad gehört, ebenfalls einen Insolvenzantrag.

Nach der Insolvenz von Air Berlin hat nun auch Topbonus, das Bonusprogramm der Fluggesellschaft, Insolvenzantrag gestellt. "Aufgrund der aktuellen Situation von Air Berlin und dem unmittelbaren Zusammenhang für das Vielfliegerprogramm hatte Topbonus keine andere Wahl, als diesen Schritt zu gehen", teilte eine Sprecherin mit. Das Sammeln und Einlösen von Meilen sei bis auf weiteres nicht möglich.

Air Berlin
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Air-Berlin-Kunden können ihre gesammelten Flugmeilen bereits seit Tagen nicht mehr gegen Gratisflüge oder andere Prämien einlösen. Topbonus ist zu 70 Prozent in der Hand der arabischen Fluglinie Etihad, Air Berlin hält 30 Prozent. Air Berlin hatte am 15. August Insolvenz beantragt, nachdem Großaktionär und Partner Etihad der Fluggesellschaft die finanzielle Unterstützung entzogen hatte.

Nach einem geplanten Verkauf von Air Berlin wird die Aufarbeitung der Insolvenz die Gläubiger der Fluggesellschaft voraussichtlich noch jahrelang beschäftigen. "Das Air-Berlin-Verfahren wird sich noch über mehrere Jahre hinziehen", sagte Lucas Flöther, der vorläufige Sachwalter des Unternehmens, der "Wirtschaftswoche". "Bei einer Konzerninsolvenz dieser Größenordnung reden wir von einem Zeitraum von sieben, acht Jahren, vielleicht auch mehr."

Erst nach der Verkaufs- und Stabilisierungsphase könne mit der eigentlichen Aufarbeitung der Insolvenz begonnen werden, sagte Flöther. Dabei solle auch die Verantwortung früherer Manager und Aufsichtsräte geprüft werden. "Wir werden genau analysieren, was zur Insolvenz von Air Berlin geführt hat", kündigte er an. "Sollte es Ansprüche gegen frühere Manager oder Aufsichtsräte geben, werde ich diese auch geltend machen."

Zypries sieht Komplettübernahme skeptisch

Flöther hat die Aufgabe, im Auftrag des Insolvenzgerichts zu prüfen, ob bei der Abwicklung der Fluggesellschaft alles korrekt läuft. Damit ist er an allen wichtigen Gesprächen im Rahmen des Insolvenzverfahrens beteiligt.

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries zeigte sich unterdessen skeptisch, ob eine Komplettübernahme von Air Berlin die beste Lösung für das Unternehmen wäre. Dies sei "zwar legitim", sagte sie dem "Tagesspiegel". Sie fügte aber hinzu: "Ob das substanziell ist, müssen diejenigen entscheiden, die die Verkaufsverhandlungen führen." Fest stehe, "dass Air Berlin mit seinem Geschäftsmodell seit vielen Jahren Verluste schreibt".

Am Mittwoch hatte der Gläubigerausschuss in seiner konstituierenden Sitzung zunächst beschlossen, den Betrieb und das Insolvenzverfahren fortzuführen. Verhandelt wird derzeit mit der Lufthansa und weiteren Interessenten an Air Berlin. Die Intro GmbH des Nürnberger Unternehmers Hans Rudolf Wöhrl ist kommende Woche zu einem Sondierungsgespräch eingeladen. Auch Ryanair ist an einer Komplettübernahme interessiert.

Quelle: n-tv.de, wne/AFP/dpa

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