Wirtschaft

"All unsere Ziele übertroffen" Airbus verdreifacht den Gewinn

Starke Zahlen aus Toulouse: Der europäische Flugzeugbauer blickt auf ein außerordentlich gewinnbringendes Jahr zurück. Ohne die Probleme mit dem viermotorigen Transportflieger A400M wäre das Ergebnis sehr viel besser ausgefallen. Die Airbus-Aktie zieht steil an.

Der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus hat seinen Gewinn trotz einer milliardenschweren Belastung für den Militärtransporter A400M im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht. Unter dem Strich steht für 2017 ein Überschuss von 2,87 Milliarden Euro zu Buche, wie das Unternehmen am Konzernsitz in Toulouse mitteilte.

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Aktionäre des im MDax notierten Konzern können sich auf eine Gewinnausschüttung freuen: Die Dividende soll auf 1,50 Euro je Aktie steigen. Im Vorjahr hatte das Unternehmen mit der Produktion von Hubschraubern, Militärflugzeugen, Verkehrsjets, Raumfahrttechnologie und Verteidigungselektronik einen Nettogewinn von 0,99 Milliarden Euro erzielt und seinen Anteilseignern davon jeweils 1,35 Euro je Aktie ausgeschüttet.

An der Börse kamen die Zahlen sehr gut an: Am Pariser Aktienmarkt schnellte die Airbus-Aktie zum Auftakt um rund sieben Prozent ins Plus. Im MDax führt Airbus die Gewinnerliste mit einem Plus von gut 9 Prozent auf 91,85 Euro mit weitem Abstand an.

"Dank unserer sehr guten operativen Ergebnisse - insbesondere im letzten Quartal - haben wir all unsere Ziele für 2017 übertroffen", erklärte Airbus-Chef Tom Enders. Airbus habe eine "Rekordzahl von Flugzeugen" der spritsparenden Reihe A320neo ausgeliefert - und das trotz anhaltender Schwierigkeiten bei den Triebwerken.

Die jüngsten Rückschläge beim Bau des neuen Transportflugzeugs A400M hinterlassen allerdings in der Bilanz für das Jahr 2017 unübersehbare Spuren. Nach der Einigung mit sieben Abnehmerstaaten auf einen neuen Auslieferungsplan für den bulligen Militärtransporter musste Airbus weitere 1,3 Milliarden Euro für die daraus resultierenden Belastungen zurückstellen.

Beim Konzernumsatz konnte Airbus nur einen leichten Anstieg von 66,6 Milliarden Euro im Vorjahr auf aktuell 66,8 Milliarden Euro verzeichnen. Der Auftragseingang erhöhte sich von 134 Milliarden auf 158 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) verbesserte sich auf 4,25 (3,95) Milliarden Euro.

Probleme mit den Triebwerken

Für das laufende Jahr sagte Airbus einen kräftigen Steigflug voraus. Grundlage dafür ist allerdings, dass der Konzern wie geplant 800 Verkehrsflugzeuge ausliefern kann. Das aber hängt auch von den Triebwerksherstellern ab. Airbus sieht sich hier mit massiven Problemen konfrontiert: Zuletzt sprach nach der europäischen Luftfahrtbehörde Easa auch das US-Pendant FAA eine Warnung vor bestimmten Triebwerken von Pratt & Whitney aus, die im neuen Airbus A320neo zum Einsatz kommen.

Das Modell A320neo ist eines der wichtigsten Zugpferde im zivilen Flugzeugbau von Airbus. Die Maschine ist der Nachfolger der A320-Familie, die zu den meistverkauften Verkehrsflugzeugen überhaupt gehört. Es gebe das Risiko, dass die Triebwerke während des Fluges versagten, teilten die amerikanischen Aufseher mit. Unter ungünstigen Umständen könnte ein Materialbruch auftreten.

Pratt & Whitney muss liefern

Die in Köln ansässige Easa hatte bereits Ende vergangener Woche auf das Problem hingewiesen. Der US-Hersteller Pratt & Whitney, der zu United Technologies gehört, hatte daraufhin angekündigt, den europäischen Aufsehern noch in dieser Woche eine Lösung des Problems vorschlagen zu wollen. Diesen Angaben zufolge sind insgesamt 43 Triebwerke bei 32 Exemplaren des A320neo betroffen.

Für die Hubschraubersparte konnte Airbus unterdessen einen neuen Chef benennen. Bruno Even werde mit Wirkung zum 1. April auf dem Chefsessel von Airbus Helicopters Platz nehmen, teilte Airbus am Vorabend der Bilanzvorlage mit.

Even komme vom französischen Rüstungskonzern Safran, wo er zuletzt den Bereich Helicopter Engines leitete. Der 49-Jährige folge auf Guillaume Faury, der in der kommenden Woche Chef der Flugzeugsparte wird. Sein Vorgänger auf dem Posten, Fabrice Bregier, verlässt das Unternehmen. Airbus bekommt derzeit eine neue Führungsriege. Im April 2019 tritt auch Konzernchef Tom Enders ab.

Quelle: n-tv.de, mit rts

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