Wirtschaft

Brief an britische Mitarbeiter Airbus warnt Briten vor dem "Brexit"

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Der Brexit rüttelt am Geschäftsmodell: Airbus-COO Tom Williams.

(Foto: REUTERS)

Die Entscheidung rückt immer näher: Ende Juni sollen die Briten darüber abstimmen, ob ihr Land Teil der Europäischen Union bleibt oder nicht. Unverhüllt warnt Airbus die Beschäftigten vor möglichen Folgen eines EU-Austritts.

Ein Flugzeughersteller mischt sich in eine heikle politische Debatte ein: Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus hat in einem Brief an seine Mitarbeiter in Großbritannien vor einem Austritt des Landes aus der Europäischen Union gewarnt.

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"Wir alle müssen im Hinterkopf behalten, dass künftige Investitionen sehr stark von dem wirtschaftlichen Umfeld abhängen, in dem das Unternehmen tätig ist", heißt es in dem von Airbus-Betriebschef Tom Williams und Großbritannien-Chef Paul Kahn unterzeichneten Schreiben. Williams ist als Chief Operations Officer (COO) für die operativen Geschäftsabläufe bei Airbus verantwortlich.

Vorteile des Wirtschaftsraums

Das Geschäftsmodell des Konzerns beruhe darauf, Produkte, Menschen und Ideen frei in Europa bewegen zu können, betonten Williams und Kahn. Es sei absolut unklar, was bei einem Austritt Großbritanniens letztlich passieren würde.

Die Erfolgsgeschichte von Airbus sei auch mitunter darauf zurückzuführen, dass Großbritannien Mitglied der EU sei, hieß es weiter. Zugleich betonten die beiden Airbus-Manager, dass das europäische Unternehmen seine geschäftlichen Aktivitäten in Großbritannien beibehalten werde, sollte sich tatsächlich eine Mehrheit der Wähler für einen EU-Austritt entscheiden. Allerdings könnte der Ausgang des Referendums künftige Investitionsentscheidungen beeinflussen.

Weichenstellung im Juni

Der in Frankreich beheimatete Airbus-Konzern wirbt bereits seit vergangenem Jahr für einen Verbleib Großbritanniens in der EU.  Die Briten stimmen am 23. Juni in einem Referendum über die Zukunft ihrer Heimat in der EU ab. Auch der deutsche Autobauer BMW hatte im März in einem Brief auf Konsequenzen eines sogenannten "Brexit" hingewiesen.

Im Februar warnten die Chefs von mehr als einem Drittel der großen britischen Unternehmen, darunter Shell und BP, dass mit einem Abschied aus der EU Arbeitsplätze und Investitionen aufs Spiel gesetzt würden. Einige Firmen und Unternehmer haben sich aber auch für einen Brexit ausgesprochen.

In Umfragen von Ende März lagen EU-Befürworter und -Gegner im Königreich Kopf an Kopf. Bis zu 20 Prozent der Wähler sind den Befragungen zufolge noch unentschieden.

Quelle: n-tv.de, mmo/AFP/rts

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